stratoflights, vlnr Marvin Rissiek, Marcel Dierig, Tobias Lohf
Marvin Rissiek, Marcel Dierig, Tobias Lohf (von links nach rechts)

Marcel Dierig ist seit Juni 2018 MINT-Botschafter und engagiert sich neben seiner unternehmerischen Tätigkeit mit seinen beiden Kollegen Marvin Rissiek und Tobias Lohf stark für die Vermittlung von MINT-Themen an Schulen.

Was ist Stratoflight und wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Marcel Dierig: Stratoflights ist ein 2014 gegründetes Unternehmen und spezialisierter Dienstleister für „Marketing am Rande des Weltalls“. Mithilfe von Wetterballons werden Botschaften und Produkte auf eine Höhe von bis zu 40.000 m geschickt. Das dabei aufgezeichnete Foto- und Videomaterial wird für ausgefallene PR- und Marketingkampagnen genutzt. Unsere Stratosphärenflüge können im Rahmen von Space Events auch live erlebt werden, so bieten wir Livebildübertragungen und Streamings ins Internet an, direkt aus Richtung Weltraum.

Die Idee für den Stratosphärenflug ist durch Zufall entstanden: Ich wollte ursprünglich nur meinen Desktop Hintergrund ändern und ein Weltraumfoto nutzen. Neben hochauflösenden Aufnahmen der NASA habe ich vor knapp 8 Jahren ein verwackeltes Foto gefunden. Dies hat mich neugierig gemacht. Ich fand heraus, dass ein Meteorologie Professor aus den USA gemeinsam mit seinen Studenten neben Experimenten auch einen Fotoapparat in eine Sonde eingebaut hat. Eben dieses Foto habe ich gesehen. Da meine Freunde und ich zwischen Abitur und Studium viel Zeit hatten überlegten wir, dieses Projekt selbst durchzuführen. Wir mussten jedoch schnell feststellen, dass es weder Online-Shops für „Stratosphären Zubehör“ noch irgendwelche Anleitungen gab. Motiviert von diesem Foto wollten wir jedoch unbedingt eigene Aufnahmen aus Richtung Weltraum machen. Somit führten wir über 9 Monate verschiedenste Experimente durch, recherchierten zahlreiche Stunden im Internet, entwickelten eigenen Batterypacks aufgrund der extremen Kälte und schafften es nach Monaten einen Ansprechpartner zu finden, bei dem wir unseren Wetterballonaufstieg anmelden konnten. Als unser Experiment tatsächlich gelungen ist, auch wenn wir nicht wirklich daran geglaubt haben, haben wir ein Video im Internet veröffentlich und über Nacht 100.000 Videoaufrufe erzielt. Das Video lief sogar im TV, ohne dass wir etwas davon wussten. So folgten zahlreiche TV Beiträge und Einladungen in TV Shows, bis Unternehmen und Werbeagenturen auf uns aufmerksam geworden sind. Somit haben wir angefangen unser Studium mit Stratosphärenflügen zu finanzieren und Stratoflights zu gründen.

Reagenzglas Stratosphäre (1)
Das Foto ist live bei einem Stratosphärenflug mit eine Wetterballon entstanden.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematisch – naturwissenschaftlich – technische Berufe zu begeistern?

Marcel Dierig: Als Ingenieure möchten wir junge Menschen inspirieren und für Naturwissenschaften begeistern. Dies geschieht aufgrund eigener Erfahrungen weniger durch bloße Theorie. Vielmehr muss die Theorie mit Experimenten, Abenteuer und Spannung verknüpft werden. So ist es unser Herzensanliegen, dies durch ein spannendes und praktisches Projekt am Rande des Weltalls zu erreichen. Denn so ist Wissenschaft nicht bloße Theorie – man kann Sie erleben!

Welche Bedeutung haben die Bereiche MINT (Mathematik, Naturwissenschaften und Technik) aus Ihrem Erfahrungsbereich in unserer Gesellschaft?

Marcel Dierig: Ich bin überzeugt, dass sich in den vergangenen Jahren schon einiges in Richtung MINT gewandelt hat. Das Verständnis kommt durch den Fachkräftemangel so langsam immer mehr auf, jedoch eher durch die Notwendigkeit getrieben, dass qualifizierte Fachkräfte fehlen. Mein eigener Eindruck ist, dass dies auch in den Schulen in den letzten Jahren angekommen ist. Der Unterricht ist ganz anders als noch vor knapp 10 Jahren zu meiner eigenen Schulzeit, was selbstverständlich auch der Digitalisierung geschuldet ist. Es gibt heute viel mehr Möglichkeiten die Theorie verständlich darzustellen, wodurch auch das Interesse hieran geweckt wird. Um den technologischen Fortschritt unserer Gesellschaft aktiv mitzugestalten sind junge, neugierige und kreative Menschen aus dem MINT-Bereich umso wichtiger. Sei es in den Bereichen Technik, Medizin, Chemie, IT, fast überall werden sie dringend gesucht

Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen!
Mehr Infos zu MINT-Botschafterinnen und MINT-Botschaftern hier und bei Benjamin Gesing: benjamin.gesing@mintzukunftschaffen.de

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