Veronika Taranzinskaja engagiert sich als MINT-Botschafterin für „MINT Zukunft schaffen!“ und unterstützt uns außerdem als Jury-Mitglied beim Bewertungsprozess für die beiden Signets „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“. Veronika ist Studienrätin/M.A. Nonprofit Management, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Berlin und erzählt uns im Interview mehr über die Motivation, sich ehrenamtlich bei uns einzubringen. Engagieren Sie sich auch für mehr MINT in Deutschland? Machen Sie mit und werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks als MINT-Botschafter*in.
Veronika, warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin?
Ich engagiere mich für MINT-Themen, weil die Förderung der Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen in diesem Bereich entscheidend ist, um sie auf die fortschreitende Technisierung und die Veränderungen in der Berufswelt vorzubereiten. In einer digital geprägten Arbeitswelt müssen Schüler*innen nicht nur über Soft Skills und interkulturelle Kompetenzen verfügen, sondern auch ein tiefgehendes Verständnis für MINT-Themen und die globalen Zusammenhänge entwickeln. Nur so können sie mit den rasanten Entwicklungen in der Welt Schritt halten und erfolgreich in ihrer beruflichen Zukunft agieren.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Um mehr junge Menschen für mathematische, naturwissenschaftliche und technische Berufe zu begeistern, ist eine ganzheitliche Herangehensweise erforderlich. Frühzeitige und praxisorientierte Bildung sollte bereits im Kindesalter beginnen, indem technologiegestützte Projekte den Unterricht bereichern. Schulen, Unternehmen und Hochschulen müssen über Grenzen hinweg zusammenarbeiten, um praxisnahe Einblicke und Erfahrungen, die über den Tellerrand hinausgehen, zu bieten. Dies kann durch Praktika, Projekttage und Exkursionen geschehen, die den traditionellen 45/90-Minuten-Takt des Unterrichts aufbrechen und das projektbasierte Lernen in den Vordergrund stellen.
Der Einsatz moderner Technologien im Unterricht, wie Robotik und Coding-Workshops, kann das Interesse der Schüler*innen wecken und ihre praktischen Fähigkeiten fördern. Zudem spielen Role Models und Mentoren eine wichtige Rolle. Erfolgreiche Fachleute aus MINT-Berufen sollten ihre Begeisterung teilen, um junge Menschen zu inspirieren, dabei muss unbedingt auf die Stärkung der Vielfalt in MINT-Berufen geachtet werden.
Grundsätzlich sollte im Unterricht darauf geachtet werden, dass Kinder und Jugendliche ausreichend Zeit haben, um Themen gründlich zu verstehen und deren Relevanz für ihr tägliches Leben zu erkennen. Dies ermöglicht ihnen, das Gelernte auch praktisch anzuwenden. Wenn in der Grundschule oder in der Sekundarstufe I Inhalte nicht genügend vertieft werden und zu schnell zum nächsten Thema übergegangen wird, verlieren die Schüler*innen das Interesse, da sie keine Anknüpfungspunkte mehr finden. Es ist daher essenziell, den Unterricht so zu gestalten, dass ein tiefes Verständnis und ein nachhaltiges Interesse gefördert werden.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Die Schwerpunkte meines persönlichen MINT-Engagements liegen auf mehreren zentralen Aspekten. Erstens, das Lernen in Projekten: Durch projektbasiertes Lernen erhalten Schüler*innen die Möglichkeit, theoretisches Wissen praktisch anzuwenden und dabei ein tiefes Verständnis für MINT-Themen zu entwickeln. Diese praxisorientierte Herangehensweise fördert die Problemlösungsfähigkeiten und das kreative Denken.
Zweitens, der Fachwissensaustausch und interkulturelle Austausch: Der Austausch von Fachwissen und die Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe sind wesentlich, um innovative Lösungen zu finden und ein umfassendes Verständnis für globale Zusammenhänge zu entwickeln. Dies umfasst auch die Entwicklung und das Erlernen der Fachsprache, die es ermöglicht, komplexe Inhalte präzise zu verstehen und zu kommunizieren.
Angesichts des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und des Fachkräftemangels in Deutschland ist die Förderung von MINT-Themen besonders wichtig. Die Fähigkeit, MINT-Inhalte richtig zu verstehen und klar zu kommunizieren, ist entscheidend für die erfolgreiche Integration von Fachkräften aus dem Ausland und für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im globalen Kontext.
Danke für das schöne Gespräch, liebe Veronika.

Engagieren Sie sich bereits für mehr MINT in Deutschland?
Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier.
