Im Gespräch mit Susanne Lettnersusanne lettner.jpg

Frau Lettner, warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin?

Die Aktivitäten und Förderungsprogramme der Initiative ‚MINT Zukunft schaffen‘ sind wichtig und sinnvoll, daher unterstütze ich gerne die Initiative als ehrenamtliche MINT-Botschafterin. Denn die Initiative hilft jungen Menschen sich an den MINT-Bereich heranzutrauen und macht sie auf einen attraktiven Arbeitsbereich z.B. in der Wirtschaft aufmerksam. So motiviert ‚MINT Zukunft schaffen‘ durch verschiedene Projekte Schülerinnen, Schüler, Azubis und Studierende, sich mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik zu beschäftigen.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematisch – naturwissenschaftlich – technische Berufe zu begeistern?

Altersgerecht abgestimmte MINT-Veranstaltungen sind eine gute Möglichkeit das Interesse bei jungen Menschen für einen MINT-Beruf zu wecken. Ich konnte bereits unterschiedliche MINT-Veranstaltungen für junge Menschen organisieren und koordinieren. Was mir wirklich Spaß macht, denn durch MINT-Events können junge Talente für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistert werden und ganz automatisch wird ihnen der MINT-Bereich näher gebracht.
Meine Erfahrung hat gezeigt, bei MINT-Veranstaltungen möglichst unterschiedliche Programmpunkte einzuplanen und den jungen Menschen ein abwechslungsreiches Programm  zu bieten – wie eine Führung durch die Arbeitsstätte, eine Diskussionsrunde (in der die jungen Menschen viele Fragen stellen können und die Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer authentisch von ihrem Berufsweg und Arbeitsalltag berichten z.B. welche Herausforderungen es gibt und an welchen spannenden Projekten sie gerade arbeiten) und gut kommen auch immer praktische Übungen an, in denen die jungen Menschen selbst aktiv werden dürfen – die Übungen sollten aber vom Level auf die unterschiedliche Altersstufen abgestimmt sein. Man darf junge Menschen ruhig fordern und ausprobieren lassen, um die Neugier zu wecken.
Damit die MINT-Veranstaltungen überhaupt zustande kommen können, ist eine gute Zusammenarbeit von den Mitarbeitenden des Arbeitnehmers und den Lehrkräften/ Dozenten aus Schulen/Hochschulen wichtig. Einerseits müssen potenzielle Arbeitgeber für die MINT-Events Zeit einplanen und eine einladende, offene Haltung einnehmen. Anderseits ist es nötig, dass motivierte Lehrkräfte und Dozenten aus den Schulen und Hochschulen mitmachen und junge Menschen spielerisch an den MINT-Bereich heranführen. Denn um junge Menschen überhaupt für den MINT-Bereich begeistern zu können, müssen sie diesen erst einmal kennen lernen. Daher sollten sich Unternehmen, sowie Schulen/ Hochschulen partnerschaftlich begegnen, denn von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten nachhaltig.

Im Zusammenhang mit MINT gibt es  immer noch Trugschlüsse in Köpfen der Menschen: MINT-Köpfe sind keine „Dichter und Denker“. MINT-Themen sind fern von den Menschen und furchteinflößend. MINT-Tätigkeiten sind zweitklassig und perspektivlos. MINT-Berufe sind nichts für Frauen.  MINT-Aufgaben sind nichts für kreative Köpfe. Wie können wir ein Umdenken aus Ihrer Sicht erreichen?

Um ein positives Image für den MINT-Bereich zu bekommen, helfen gute Beispiele aus der Praxis. Berichterstattungen in den Medien können zeigen, dass ein Arbeitsplatz im MINT-Bereich kreativ und abwechslungsreich ist. Das ermöglichen Berichterstattungen über herausragende, innovative Projekte oder Vorstellungen von Personen, die authentisch ihre Berufstätigkeit präsentieren. Gerade auch zu zeigen, dass Frauen im MINT-Bereich aktiv vertreten sind, hilft Mädchen sich selbstbewusst für diesen Bereich zu entscheiden. Ein Umdenken in der Öffentlichkeit tritt ein, wenn gute Beispiele bekannt sind. Glaubwürdige Informationen bauen Klischees ab.

Interview mit Susanne Lettner auf re-work.co: https://www.re-work.co/blog/young-science-encouraging-careers-in-stem

Interview mit Susanne Lettner auf der amerikanischen Seite „Girls STEM Books“ https://www.stemgirlsbooks.com/women-in-stem-interviews/women-in-stem-susanne-lettner-engineering-communications