„MINT-Bildung muss ganzheitlich entlang der gesamten Bildungskette gedacht werden. Dabei möchte ich vor allem angehende Lehrkräfte für Zukunftsaufgaben fit machen und motivieren.“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafter Tom Bewersdorf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock / Abteilung Fachdidaktik Biologie. Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.

Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?

Als ausgebildete Lehrkraft für Biologie und Chemie liegen mir naturwissenschaftliche Themen sehr am Herzen. Allerdings nehme ich eine schwindende Begeisterungsfähigkeit in unserer Bevölkerung und besonders bei Kindern und Jugendlichen für diese Bereiche wahr. Diese Begeisterung ist allerdings eine wichtige Voraussetzung für die Kompetenzentwicklung hin zu einem mündigen Menschen oder auch für einen Berufswunsch im MINT-Bereich. Deshalb ist es mir wichtig, die MINT-Faszination bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Lehramtsstudierenden zu wecken.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?

Ich denke, dass niedrigschwellige und einfache Zugänge zu MINT-Themen zentral sind. Diese Zugänge bieten jungen Menschen die Möglichkeit in Kontakt mit Technik und Naturwissenschaften zu kommen und konstruieren Erfahrungs- und Erprobungsräume. Zugänge in der informellen/außerschulischen MINT-Bildung bieten zudem Freiheit und nehmen Druck aus Lernprozessen. So gelingt es auch, Kinder und Jugendliche aus ihrer „Komfortzone“ zu locken, um neue Erfahrungen machen zu können. MINT-Bildung sollte aus meiner Sicht allerdings zuerst in der Schule (oder auch Kindergarten) ansetzen und Kinder und Jugendliche frühzeitig mitreißen. Dafür sind vor allem auch gut aus- und weitergebildetete Lehrkräfte und administrativer Freiraum für die Unterrichtsplanung notwendig.

Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Projektkoordinator für das BMFSFJ-geförderte Verbundprojekt „openMINTed II“ möchten die Verbundpartner (Verein Deutscher Ingenieure e.V. – Bezirksverein M-V, MikroMINT Schülerforschungszentrum Rostock, Evangelischer Bildungscampus Dettmannsdorf gGmbH und mrschmidt Architekten GmbH) und unser Lehrstuhl die oben beschriebenen Zugänge für Kinder und Jugendliche schaffen. Dafür haben wir 28 öffentliche Bibliotheken in ganz Mecklenburg-Vorpommern durch sogenannte TechnoTheken erweitert. Hier können alle Nutzenden wie auch Lehrkräfte zahlreiche Ausstattungsgegenstände zu den Themen Robotik, Elektrotechnik, Mikroskope, Mechanik, 3D-Druck usw. ausleihen und ausprobieren. Wir unterstützen die Bibliotheken zudem durch Weiterbildungen und Handreichungen.

Als Hochschullehrender ist es mir zudem besonders wichtig, angehende Biologie-Lehrkräfte als „agents of change“ gut auf globale Zukunftsaufgaben vorzubereiten.

Lieber Tom Bewersdorf, danke für das schöne Gespräch.


Gruppe von Menschen, die sich bei einem MINT-Botschafter-Event versammelt haben, während sie in die Kamera winken und lächeln. Neben ihnen steht ein Banner mit der Aufforderung, MINT-Botschafter*in zu werden.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in. Hier können Sie sich registrieren.

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