Michael Kortenbusch engagiert sich als MINT-Botschafter für „MINT Zukunft schaffen!“ und unterstützt uns außerdem als Jury-Mitglied beim Bewertungsprozess für die beiden Signets „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“. Michael ist Pensionär nach über 30 Jahren internationaler Tätigkeit in der Prozessindustrie, Ingenieur und MINT-Botschafter aus Leidenschaft und erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich bei uns einzubringen. Engagieren Sie sich auch für mehr MINT in Deutschland? Machen Sie mit und werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks als MINT-Botschafter*in.
Warum engagieren Sie sich als Jurymitglied ?
Die Tätigkeit als Jurymitglied ist ein Baustein meines Engagements in der MINT-Förderung. Sie gibt mir einerseits die Möglichkeit der Kooperation und Vernetzung mit Gleichgesinnten und andererseits über die Bewerbungsinhalte der Schulen ein besseres Verständnis für schulische Ziele und Inhalte aber auch Hindernisse zu erlangen, aus dem ich eine persönliche „Guidance“ für mein weiteres Engagement ableiten kann.
Warum ist es Ihrer Meinung nach so wichtig, dass sich die Schulen auf die Signets „Digitale Schule“ und /oder „MINT-freundliche Schule“ bewerben?
Der Entscheidung, sich für diese Signets zu bewerben, geht i. d. R. ein strategischer Willensbildungsprozess innerhalb des Lehrerkollegium – ggf. in Kooperation mit Eltern und/oder Schülern und/oder externen Partnern – voraus, der Aufwand und Ergebnis abwägt. Wenn am Ende die Entscheidung getroffen wird, den Weg zur Bewerbung für die Signets einschließlich der ggf. notwendigen Änderungen in der schulinternen Aufbau- und Ablauforganisation zu gehen, ist m. E. die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß damit ein langfristiges und nachhaltiges Angebot innerhalb der Schule in Gang gesetzt wird, von dem viele Schülerjahrgänge und damit auch die Gesellschaft insgesamt profitieren wird. Insofern kann man m. E. die Bewerbung einer Schule für diese Signets gar nicht hoch genug anerkennen.
Darüber hinaus bekommt die Schule mit diesen Signets einen eigenen Qualitätsstandard sowie einen „Leuchtturmcharakter“, die beide über die eigenen Grenzen hinaus in der Kommune oder Region, von anderen Schülern, Eltern, Unternehmen, Politik und anderen Schulen (an)erkannt werden, so daß sowohl die Attraktivität dieser Schule erhöht als auch das Einwerben externer Mittel erleichtert werden. Auch sollte das Vorbild der Schule als Multiplikator für die Bewerbung weiterer Schulen wirken.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern ?
Möglichst früh und vielfältig anfangen und – nicht nachlassen!
Damit meine ich, daß man bereits vor oder zu Beginn der Schulzeit den Kindern altersgerecht die vielfältigen „Wunder der Natur“ näher bringt, sie beobachten und darüber hinaus erleben läßt, spielerisch etwas „zu schaffen, das funktioniert“. Sie dann schrittweise an wesentliche Wirkzusammenhänge von Biologie, Physik und Chemie heranführt, so daß sie verstehen können, warum es funktioniert, wodurch der Wissensdurst gefördert wird. Teilnahmen an Wettbewerben („Mathe-Olympiade“ etc.) sowie Besuche von Science-Centern und technischen Museen können den Wissenshorizont sprunghaft erweitern, Stolz auf die eigene Leistung erzeugen und so den Anreiz für das Interesse an MINT-Fächern erhöhen. (Für mich persönlich war der Besuch des Deutschen Museums in München als ich vielleicht 10 Jahre alt war ein Schlüsselerlebnis meiner Kindheit.)
Schließlich kann man sich in höheren Klassen mit praktischen technisch-naturwissenschaftlichen(Alltags)problemen und ihren Lösungen befassen sowie bei Unternehmensbesuchen die „große Welt der Technik“ in vielfältiger Weise kennen lernen. Bei vielen dieser Aktivitäten können – und das sage ich augenzwinkernd auch in eigener Sache – erfahrene Praktiker, die bereit sind, sich hier ehrenamtlich zu engagieren, einen erheblichen Beitrag leisten.
Darüber hinaus bin ich der Meinung, daß man die Meinungsbildung bei Kindern und Jugendlichen mit Hilfe positiver (männlicher und weiblicher) Vorbilder sowohl im persönlichen Umfeld , als auch in Funk- und Fernsehen sowie in den social media positiv in die MINT-Richtung beeinflussen kann.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Seit meiner Pensionierung im September 2023 habe ich Vorträge zur Ingenieurtechnik vor Oberstufenschülern gehalten, Unternehmensbesuche mit NW interessierten Schülern (z. B. einer großtechnischen chemischen Produktion) organisiert sowie mich als Mentor junger Ingenieure und Naturwissenschaftler, teils mit Migrationshintergrund, engagiert. Darüber hinaus nehme ich in diesem Jahr erstmalig als Jurymitglied bei MINT Zukunft schaffen teil.
Zukünftig möchte ich meine Kooperation mit Schulen sowohl in der Breite als auch in der Tiefe ausbauen. Die begonnenen Mentoring-Programme werde ich ebenfalls weiterführen. Darüber hinaus bin ich offen für interessante Anregungen zu Themen oder Kooperationen z. B. aus dem MINT-Botschafternetzwerk.
Michael Kortenbusch, danke für das schöne Gespräch.

Engagieren Sie sich bereits für mehr MINT in Deutschland?
Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier.
