Bettina Wallor engagiert sich als MINT-Botschafterin für „MINT Zukunft schaffen!“ und unterstützt uns außerdem als Jury-Mitglied beim Bewertungsprozess für die beiden Signets „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“. Bettina ist Pädagogische Mitarbeiterin im Regionalen Bildungsbüro /zdi-Netzwerk :MINT im Rhein-Sieg-Kreis und erzählt uns im Interview mehr über ihre Motivation, sich ehrenamtlich bei uns einzubringen. Engagieren Sie sich auch für mehr MINT in Deutschland? Machen Sie mit und werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks als MINT-Botschafter*in.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin?
Wie wichtig die MINT-Bildung in unserer technisch-naturwissenschaftlich geprägten Welt ist, ist ja bekannt. Mir geht es als MINT-Botschafterin vor allem darum, in einem Netzwerk aktiv zu sein und sich gemeinsam für die MINT-Förderung zu engagieren. So kann ich andere begeistern, ihre Fragen klären und sie dazu motivieren, sich ebenfalls dem Netzwerk anzuschließen.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Man muss den jungen Menschen sehr früh die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen in oder mit verschiedenen Berufen zu machen. Das sollte bereits im Kindergarten beginnen, damit sich die Kinder nicht zu sehr auf einige wenige, oftmals stereotype Berufe fokussieren. Es ist immer gut, wenn Kinder und Jugendliche praktische Erfahrungen machen und sich ausprobieren können. Dabei geht es nicht nur um das klassische Schulbetriebspraktikum. Kontinuierliche Angebote können Kompetenzen nachhaltiger aufbauen als einzelne Aktionen. Das stärkt die Selbstwirksamkeit und die Selbstwahrnehmung, eigene Fähigkeiten zu entdecken.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Ich bin als pädagogische Mitarbeiterin im Regionalen Bildungsbüro des Rhein-Sieg-Kreises auch Netzwerkkoordinatorin für das zdi-Netzwerk :MINT im Rhein-Sieg-Kreis. Ich koordiniere, organisiere, plane und entwickle MINT-Projekte entlang der Bildungskette und begeistere so für unterschiedlichste MINT-Themen. Dabei ist mir die Netzwerkarbeit ganz besonders wichtig. So können wir uns austauschen und gemeinsam kreative Ideen für die MINT-Förderung entwickeln. Neben vielen tollen Projekten, die wir im Rhein-Sieg-Kreis in unserem Portfolio haben, engagiere ich mich besonders für drei Themen:. Zu allererst begeistere ich mich für diverse Angebote im Bereich Programmieren und Codieren. Sei es der zdi-Roboterwettbewerb, die Hackdays im Rahmen von „Make Your School“, die „Code Week Bonn-Rhein-Sieg oder die Koordination der Coding Hub Standorte im Rhein-Sieg-Kreis. Es ist immer wieder eine große Freude, Kinder und Jugendliche dabei zu beobachten, mit welcher Freude und Begeisterung sie tüfteln. Mein zweiter Schwerpunkt ist die Förderung von Schülerinnen. Bei frei wählbaren Angeboten achten wir dabei auf ein ausgewogenes Gleichgewicht der Geschlechter. Darüber hinaus habe ich zusammen mit Gesche Neusel von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein MINT-Projekt für Schülerinnen entwickelt, bei dem es ein Schuljahr lang unterschiedliche Angebote für die Teilnehmerinnen gibt. Die Resonanz auf den ersten Durchlauf war überwältigend, so dass wir bereits mitten in den Planungen für das nächste Schuljahr stecken. Und drittens habe ich immer den Blick auf die Umsetzung von Projekten entlang der Bildungskette „Kita-Grundschule-Weiterführende Schule“. Hierzu unterstütze ich u.a. die Gründung von Verbünden, die sich in einer Vereinbarung verständigen, gemeinsame Aktionen durchzuführen.
Sie unterstützen uns als ehrenamtliche Schulberaterin. Warum ist es Ihrer Meinung nach so wichtig, dass sich die Schulen auf die Signets „Digitale Schule“ und/oder „MINT-freundliche Schule“ bewerben?
Für die Schulen hat die Bewerbung verschiedene positive Wirkungen. Zunächst geht es um eine Standortbestimmung in den einzelnen Fächern. Es ist immer wieder erstaunlich, was alles in der Schule im MINT-Bereich gemacht wird. Und was dem Kollegium gar nicht bewusst ist. Im Austausch der einzelnen Fachkonferenzen im Bewerbungsverfahren rücken auch diese näher zusammen und können Synergien schaffen, z.B. neue Projekte zu initiieren und fächerübergreifend zusammenzuarbeiten.
Mit den Signets kann auch nach außen geworben werden, z.B. für Eltern, zukünftige Schülerinnen und Schüler, aber auch für Unternehmen und Institutionen. Durch die Signets kann sich eine Schule gegenüber anderen Schulen hervorheben, oder aber auch als gleichwertig darstellen. Das Signet „MINT freundliche Schule“ zeigt außerdem, dass der Schule die Breitenförderung wichtig ist und alle Schülerinnen und Schüler davon profitieren.
Liebe Bettina, danke für das schöne Gespräch.

Engagieren Sie sich bereits für mehr MINT in Deutschland?
Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier.
Start Bewerbungsphase Signets Schulen 2024
Bis Ende Mai 2024 ist es für alle Schulen wieder möglich, sich als “MINT-freundliche Schule” zu bewerben. Gleichzeitig startet auch die Bewerbungsphase für das Signet „Digitale Schule“. Zu beiden Signets haben wir für Sie die Informationen hier zusammengefasst.
