In der IHK Halle-Dessau sind heute vier Schulen aus Sachsen-Anhalt als „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“ geehrt worden. Alle vier kennen die Auszeichnung schon: Zwei Hallenser Gymnasien erhalten sie zum fünften Mal, eine Sekundarschule aus dem Jerichower Land ist zum dritten Mal Digitale Schule.
Halle (Saale), 3. November 2026. Die Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ hat heute in der IHK Halle-Dessau vier Schulen aus Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Das Christian-Wolff-Gymnasium und das Elisabeth-Gymnasium in Halle sowie die Sankt-Mauritius-Sekundarschule wurden als „MINT-freundliche Schule“ geehrt, die Sekundarschule „An der Elbe“ in Parey als „Digitale Schule“. Die Urkunden übergaben Kerstin Kühne, Vizepräsidentin der IHK Halle-Dessau, Beigeordnete Katharina Brederlow für die Stadt Halle und Benjamin Gesing für MINT Zukunft e.V..

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Worum es geht
Die Ehrungen gehen an Schulen, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik oder das digitale Lernen fest in ihrem Alltag verankert haben. Jede Schule bewirbt sich freiwillig, eine ehrenamtliche Jury aus den MINT-Fachverbänden prüft die Bewerbung, die Ehrung gilt drei Jahre. Dann muss die Schule zeigen, dass sie dranbleibt. Bundesweit sind rund 3.000 Ehrungen als MINT-freundliche Schule und Digitale Schule gültig, in Sachsen-Anhalt tragen nach heute 25 Schulen eine davon.
Die vier Schulen
Das Christian-Wolff-Gymnasium und das Elisabeth-Gymnasium in Halle sind seit 2014 dabei und wurden heute zum fünften Mal als MINT-freundliche Schule bestätigt. Die Sankt-Mauritius-Sekundarschule erhält die Ehrung zum zweiten Mal. Die Sekundarschule „An der Elbe“ in Parey trägt die Auszeichnung als Digitale Schule seit 2018 und wurde heute zum dritten Mal bestätigt; seit 2025 ist sie zugleich MINT-freundliche Schule.
Dass zwei der vier Schulen Sekundarschulen sind, passt zu Sachsen-Anhalt. Mehr als jedes dritte Kind im Land wechselt nach der Grundschule auf eine Sekundarschule. Die Auszeichnung zeigt, dass MINT und Digitalisierung dort genauso zum Alltag gehören wie am Gymnasium.
MINT-freundliche Schule 2026 (Schulname – Ehrungsjahre)
- Christian-Wolff-Gymnasium Halle (Saale) – 2014 2017 2020 2023 2026
- Elisabeth-Gymnasium Halle (Saale) – 2014 2017 2020 2023 2026
- Sankt-Mauritius-Sekundarschule Halle (Saale) – 2023 2026
Digitale Schule 2026 (Schulname – Ehrungsjahre)
- Sekundarschule „An der Elbe“ Parey – 2018 2023 2026
Sachsen-Anhalt im Blick
25 Schulen in Sachsen-Anhalt tragen aktuell eine der beiden Auszeichnungen, acht davon beide. Seit 2023 ist diese Zahl um ein Fünftel gewachsen. Auffällig ist der Anteil der Grundschulen: Neun der 25 Schulen sind Grundschulen, ein höherer Anteil als in den meisten anderen Ländern. Und die ausgezeichneten Schulen im Land arbeiten überdurchschnittlich oft mit Makerspaces und Mentoring-Programmen – also mit Werkstätten zum Bauen und Programmieren und mit Partnern aus Wirtschaft und Hochschule.
Im IQB-Bildungstrend 2024 gehören Sachsen-Anhalts Neuntklässler in Biologie, Chemie und Physik zur Spitzengruppe der Länder. Die heute geehrten Schulen zeigen, wie diese Basis im Schulalltag entsteht.
Stimmen zur Ehrung
Kerstin Kühne, Vizepräsidentin der IHK Halle-Dessau:
„Unsere Unternehmen brauchen junge Menschen, die naturwissenschaftliche, technische und digitale Kompetenzen mitbringen und Interesse daran haben, die Zukunft unserer Wirtschaft mitzugestalten. Dafür legen Schulen wie die vier heute ausgezeichneten eine wichtige Grundlage. Als IHK ist es uns ein besonderes Anliegen, Schulen und Unternehmen enger zusammenzubringen – durch Praktika, Berufsorientierung und konkrete Kooperationen. Denn wer früh erlebt, welche Chancen MINT-Berufe bieten, kann seine berufliche Zukunft gezielter gestalten und Perspektiven in unserer Region entdecken. Dieses Engagement verdient Anerkennung.“
Prof. Dr. Christoph Meinel, Vorstandsvorsitzender MINT Zukunft e.V.:
„Die vier Schulen, die wir heute in Halle auszeichnen, schaffen Lernumgebungen, die weit über den Lehrplan hinausgehen, und sie tun das seit Jahren. Zwei von ihnen erhalten die Auszeichnung bereits zum fünften Mal. In Zeiten, in denen Künstliche Intelligenz den Alltag junger Menschen verändert, ist das besonders wertvoll. Die PISA-Studie hat gerade gezeigt: Schülerinnen und Schüler profitieren von KI nur dann, wenn ihnen jemand beigebracht hat, ihre Ergebnisse zu hinterfragen. KI ist ein Werkzeug, das klare Anweisungen und menschliche Kontrolle braucht, und genau diese Kompetenz vermitteln MINT-freundliche und Digitale Schulen. Dass in Sachsen-Anhalt heute zwei Sekundarschulen dabei sind, freut mich sehr, denn dort lernt ein großer Teil der Kinder des Landes. Mit vereinten Kräften von Schulen, Wirtschaft und Wissenschaft, wie hier mit der IHK Halle-Dessau, entsteht die Grundlage dafür, dass junge Menschen in Sachsen-Anhalt ihre Talente entfalten können. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung.“
Angela Papenburg, MINT-Botschafterin, Vorsitzende SchuleWirstchaft Deutschland und Unternehmerin:
„MINT-Bildung in Sachsen-Anhalt öffnet jungen Menschen Türen in eine Zukunft, die zunehmend von Technologie, Innovation und Veränderung geprägt ist. Unternehmen brauchen junge Menschen, die neugierig sind, Probleme lösen wollen und Technik als Chance begreifen. Als MINT-Botschafterin und wirtschaftsseitige Vorsitzende vom Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland ist es mir besonders wichtig, dass durch vielgestaltige Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen sich praxis- und projektorientiertes sowie selbstorganisiertes Lernen beständig an unsere Lebenswirklichkeit anpasst. Herzlichen Glückwunsch an die ausgezeichneten Schulen, die sich auf den Weg zu einem modernen Bildungsort gemacht haben.“
Fynn Mazurkiewicz, Vorstandsvorsitzender IT4Kids e.V.:
“MINT-Bildung ist ein elementarer Bestandteil zukunftsweisender Bildung. Die ausgezeichneten Schulen haben einen maßgeblichen Beitrag für diese Zukunft geleistet.”
Katharina Brederlow, Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle (Saale):
„Drei der vier Schulen stehen in Halle. Das ist für uns als Stadt ein gutes Zeichen, denn MINT-Bildung ist hier Standortpolitik: Die Hochschulen, der Weinberg Campus und viele Unternehmen brauchen junge Menschen, die Technik verstehen. Mit DigitHAL unterstützen wir die Schulen dabei, und ich freue mich, dass die Arbeit heute gewürdigt wird.“
Benjamin Gesing, Geschäftsführer MINT Zukunft e.V.:
„Dass zwei Sekundarschulen dabei sind, ist für mich ein gutes Zeichen für diesen Jahrgang. Mehr als jedes dritte Kind im Land geht nach der Grundschule auf eine Sekundarschule, und MINT und Digitalisierung gehören dort genauso in den Alltag wie am Gymnasium. 25 Schulen tragen in Sachsen-Anhalt inzwischen eine unserer Ehrungen, mehr als ein Drittel davon Grundschulen, und auffallend viele arbeiten mit Makerspaces und Partnern aus der Wirtschaft. Breite statt Spitze: So soll das sein.“
Ehrung von MINT-Botschafterinnen und MINT-Botschaftern

Im Rahmen der Feier wurden vier Persönlichkeiten aus Sachsen-Anhalt als MINT-Botschafterinnen und MINT-Botschafter ausgezeichnet. Sie engagieren sich ehrenamtlich dafür, junge Menschen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen, in Schulen, Hochschulen und Unternehmen.
Gordon Böhme – webwirtschaft / gorboMEDIEN, Halle (Saale)
Gordon Böhme ist Softwareentwickler, Digitalberater und Mitgründer der webwirtschaft, des Netzwerks der Softwareunternehmen in Mitteldeutschland. Er organisiert die KI_Tage Halle, die in dieser Woche zum dritten Mal im Multimediazentrum stattfinden, und bringt dort Unternehmen der Region bei, was Künstliche Intelligenz kann und was nicht. Dieses Wissen trägt er als MINT-Botschafter in die Schulen.
Tina Fuhrmann – Hochschule Merseburg
Tina Fuhrmann lehrt Physik und Mathematik am Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften der Hochschule Merseburg und forscht zur Didaktik in den Ingenieurwissenschaften. Für ihre Lehrprojekte wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2025 mit dem Best Paper Award des MINT-Symposiums zur Hochschullehre. Ihr Anliegen: Studienanfängerinnen und Studienanfängern den Einstieg in Physik und Mathematik zu erleichtern, und Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass dieser Einstieg gelingen kann.
Tobias Held – IGS „Am Planetarium“ Halle (Saale) und DigitHAL
Tobias Held ist Lehrer an der IGS „Am Planetarium“ und koordiniert das Netzwerk DigitHAL, in dem Schulen, Stadtverwaltung, Wissenschaft, Eltern und Schülerschaft seit mehr als vier Jahren gemeinsam an einem Digitalisierungskonzept für Halle arbeiten. Im September hat er die erste DigitHAL-Fachtagung organisiert, bei der Lehrkräfte aus Halle ihre Erfahrungen mit digitalem Unterricht an Kolleginnen und Kollegen weitergegeben haben. Das Format soll jährlich stattfinden.
Oleksandr Kovtashynets – Robocode, IT-Schule für Kinder
Oleksandr Kovtashynets gehört zum Gründungsteam der IT-Schule Robocode in Sachsen-Anhalt, die nach einem Konzept aus der Ukraine Kindern und Jugendlichen Programmieren und Robotik beibringt, spielerisch und außerhalb des Schulunterrichts. Als MINT-Botschafter verbindet er das Angebot mit den Schulen der Region.
Die MINT-Botschafterinnen und MINT-Botschafter kommen aus Unternehmen, Hochschulen und Schulen. Sie halten Vorträge, bieten Workshops und Praktika an, begleiten Projekte und zeigen jungen Menschen, welche Wege MINT und Digitalisierung eröffnen. Mit der Auszeichnung dankt „MINT Zukunft schaffen!“ den Geehrten für ihren Einsatz.
Die Veranstaltung
3. November 2026, 14:00–15:30 Uhr | IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, Halle (Saale)
- Ab 13 Uhr Marktstände der MINT-Max-Partner: IHK Halle-Dessau, Christiani, PHYWE, MORAVIA, Hasso-Plattner-Institut, Magma Mathe, Science on Stage, TECHNIK BEGEISTERT e.V., IT4Kids und LD Didactic
- Grußworte von Kerstin Kühne (IHK Halle-Dessau), Prof. Dr. Christoph Meinel (MINT Zukunft schaffen!), Fynn Mazurkiewicz (IT4Kids) und Katharina Brederlow (Stadt Halle); Vorstellung des Projekts DigitHAL durch Tobias Held, Lehrkraft an der IGS „Am Planetarium“ Halle
- Gesprächsrunde „Schulen im Austausch“ über den Weg zur MINT-freundlichen und Digitalen Schule; Ehrung der Schulen mit jeweils fünf Minuten Selbstvorstellung; Moderation Benjamin Gesing
- Die gezeigten Folien mit den Angeboten finden Sie hier.
Für Redaktionen: Fotos der Veranstaltung stellen wir nach dem Event bereit. Interviews mit den Schulleitungen vermitteln wir gern.
Über MINT Zukunft schaffen!
„MINT Zukunft schaffen!“ ist eine bundesweite Initiative, die seit 2011 Schulen für ihre Arbeit in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik auszeichnet, seit 2017 auch für digitales Lernen. Die Ehrungen „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“ werden von einer ehrenamtlichen Jury aus den Fachverbänden vergeben, stehen unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz und gelten drei Jahre. Träger ist der gemeinnützige Verein MINT Zukunft e.V. in Berlin, der sich ohne öffentliche Mittel finanziert.
Pressekontakt
Benjamin Gesing | Geschäftsführer und Vorstand MINT Zukunft e.V. | benjamin.gesing@mintzukunftschaffen.de
