MINT an der KGS Stuhr-Brinkum: Wo Forschen, Tüfteln und Entdecken zum Schulalltag gehören – MINT ist hier mehr als ein Stundenplan.
Programmieren, experimentieren, Roboter konstruieren oder eigene Produkte mit dem 3D-Drucker herstellen: An der KGS Stuhr-Brinkum begegnen Schülerinnen und Schüler MINT auf ganz unterschiedlichen Wegen. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sind dabei nicht nur klassische Unterrichtsfächer, sondern Teil der langfristigen Schulentwicklung. Ein eigenes MINT-Team koordiniert Aktivitäten und neue Ideen, während weitere Arbeitsgruppen beispielsweise die Digitalisierung der Schule vorantreiben. Das Angebot reicht vom MINT-Profil in den Jahrgängen 6 bis 8 über Technik und Informatik bis zum Seminarfach „Künstliche Intelligenz“ in der Oberstufe. Mit einem Makerspace, der derzeit aufgebaut wird, soll künftig noch mehr Raum zum Ausprobieren, Entwickeln und kreativen Arbeiten entstehen.
Lernen heißt auch ausprobieren
Besonders wichtig ist der Schule, dass MINT nicht abstrakt bleibt. In Arbeitsgemeinschaften und Projekten können Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. In der RoboCup-AG beschäftigen sie sich mit Robotik und Programmierung, in der Naturgarten-AG mit Ökologie und Nachhaltigkeit und in der Veranstaltungstechnik-AG mit Licht, Ton und technischer Planung. Ein zusätzliches Coding-Angebot ermöglicht es Interessierten, eigene Programmierprojekte umzusetzen. Auch während der Projektwoche wird experimentiert und konstruiert: Dann entstehen beispielsweise Produkte im 3D-Drucker oder Brücken aus Papier, es werden chemische Experimente durchgeführt und Fragen rund um Umwelt und Nachhaltigkeit untersucht. So verbindet die Schule Fachwissen mit Kreativität, Teamarbeit und praktischem Problemlösen.
„MINT soll bei uns nicht abstrakt bleiben. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst einen Roboter programmieren oder im Labor experimentieren, merken sie, wie spannend Naturwissenschaften und Technik sein können,“ so Sarah Groeneveld, Leitung des MINT-Teams. „Als Mathe- und Physiklehrerin erlebe ich immer wieder, wie schön es ist, wenn jemand plötzlich versteht, wie etwas funktioniert. Gerade bei unseren Schülerinnen steckt dabei oft viel mehr Talent, als sie sich selbst zutrauen. Ich wünsche mir, dass sie das erkennen und sich trauen, ihren Weg in MINT zu gehen.“

Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler im Wettbewerbsfieber
Wie groß die Begeisterung sein kann, zeigt sich bei den zahlreichen Wettbewerben, an denen die KGS Stuhr-Brinkum regelmäßig teilnimmt. Jährlich stellen sich mehr als 100 Schülerinnen und Schüler Herausforderungen aus unterschiedlichen MINT-Disziplinen. Allein beim Känguru-Wettbewerb der Mathematik sind es rund 60, bei der Langen Nacht der Mathematik etwa 40. Hinzu kommen die Mathematik-Olympiade, der Jugendwettbewerb und Bundeswettbewerb Informatik, der RoboCup, „Chemie – die stimmt!“, die Internationale Chemie- und Biologie-Olympiade sowie weitere naturwissenschaftliche Wettbewerbe. Dabei geht es nicht allein um Platzierungen: Die Wettbewerbe geben interessierten und besonders leistungsstarken Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich intensiv mit Themen auseinanderzusetzen, die über den normalen Unterricht hinausgehen.

Mädchen für MINT begeistern
Ein besonderes Anliegen der KGS Stuhr-Brinkum ist es, mehr Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen. Schülerinnen werden gezielt angesprochen und ermutigt, an Wettbewerben teilzunehmen oder MINT-Angebote bei ihrer Fächerwahl zu berücksichtigen. Gleichzeitig werden im Unterricht Geschlechterstereotype thematisiert und Mädchen darin bestärkt, ihren eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Auch weibliche Lehrkräfte in naturwissenschaftlichen Fächern können dabei als sichtbare Vorbilder wirken. Die Teilnahme am Girls’ Day gehört ebenfalls zum Programm. Und die nächsten Ideen stehen bereits fest: Für das kommende Schuljahr ist unter anderem ein Angebot im Bereich „Jugend forscht“ geplant, das insbesondere auch Mädchen ansprechen soll.
Wenn aus Unterricht eine berufliche Perspektive wird
Was kann ich später eigentlich mit Mathematik, Chemie, Informatik oder Technik machen? Antworten darauf bekommen die Schülerinnen und Schüler nicht erst kurz vor dem Abschluss. Berufs- und Studienorientierung zieht sich an der KGS Stuhr-Brinkum durch mehrere Jahrgänge. Praktika und Betriebserkundungen gehören ebenso dazu wie Beratungen durch die Agentur für Arbeit und Besuche von Schülerlaboren. Ein Höhepunkt ist die Berufsorientierungsmesse „Marktplatz Zukunft“, bei der sich mehr als 50 Betriebe präsentieren – darunter zahlreiche Unternehmen aus technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen. Kooperationen mit regionalen Wirtschaftsorganisationen und Unternehmen schaffen zusätzliche Kontakte zur Arbeitswelt und zeigen, wie vielfältig Ausbildungs- und Berufswege im MINT-Bereich sein können.
Raus aus dem Klassenzimmer, rein ins Labor
Manche Dinge lassen sich am besten dort verstehen, wo Forschung tatsächlich stattfindet. Deshalb nutzt die KGS Stuhr-Brinkum zahlreiche außerschulische Lernorte. An der Universität Bremen erhalten Schülerinnen und Schüler Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten, im DLR School Lab Bremen experimentieren sie zu Raumfahrt, Technik und Naturwissenschaften. Im Universum Bremen können sie naturwissenschaftliche Phänomene interaktiv erforschen, während das Klimahaus Bremerhaven Themen wie Klimazonen, Wetter und Klimawandel erfahrbar macht. Auch der Zoo Hannover ist Teil dieses Netzwerks – die KGS Stuhr-Brinkum ist Partnerschule des Zoos. Solche Exkursionen ergänzen den Unterricht und zeigen zugleich, dass naturwissenschaftliche Fragen weit über das Schulbuch hinausreichen.

Eine Schule, die ihr MINT-Profil weiterentwickelt
Stillstand gehört nicht zum Konzept. Die KGS Stuhr-Brinkum investiert kontinuierlich in Technik, Unterrichtsentwicklung und die Qualifizierung ihrer Lehrkräfte. Flächendeckendes WLAN, Glasfaser, digitale Endgeräte, moderne Fachräume und digitale Sensoren für naturwissenschaftliche Experimente gehören bereits zur Ausstattung; die Schule trägt die Auszeichnung „Digitale Schule“. Ab dem Schuljahr 2026/27 sollen zudem systematisch iPads ab Jahrgang 7 eingesetzt werden. Gleichzeitig bilden sich die Lehrkräfte regelmäßig weiter: Zwischen August 2025 und April 2026 wurden neun MINT-Fortbildungen mit insgesamt 97 Fortbildungsstunden absolviert. Mit dem geplanten Makerspace steht bereits das nächste größere Projekt an. So wächst das MINT-Profil der KGS Stuhr-Brinkum kontinuierlich weiter – mit einem Ziel, das bei all den Wettbewerben, digitalen Geräten und Projekten im Mittelpunkt bleibt: Schülerinnen und Schüler neugierig zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst zu entdecken, zu forschen und zu gestalten.
Wir danken der KGS STUHR-BRINKUM für den Einblick und allen Beteiligten für ihr Engagement in MINT und Digitalisierung.
Mehr über die KGS STUHR-BRINKUM erfahren Sie auf der Website der Schule.
Fotos © KGS Stuhr-Brinkum
Weitere Schulporträts finden Sie in unserer Rubrik „Schulen im Fokus“
Schulen mit der Auszeichnung „MINT-freundliche Schule“ und/oder „Digitale Schule“, die sich in der Reihe „Schulen im Fokus“ vorstellen möchten, melden sich gern bei uns: caecilie.moebius@mintzukunftschaffen.de
