Christiane Huber engagiert sich seit vielen Jahren als Vorstandsmitglied von MINT Zukunft schaffen und ist zudem MINT-Botschafterin. Sie ist Leiterin „Geschäftsfeld Wirtschaft und Schule“ vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. und außerdem stellv. Geschäftsführerin von SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg. Im Interview erzählt sie uns mehr über ihre Motivation sich bei uns einzubringen und für MINT zu engagieren.

Was hat dich dazu bewogen, dich ehrenamtlich im Vorstand unseres Vereins und als MINT-Botschafterin zu engagieren?

Mich motiviert die Chance, aktiv einen gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten. MINT-Bildung liegt mir seit jeher am Herzen, weil ich sehe, wie wichtig sie für die Zukunft unserer Jugend und unsere Gesellschaft insgesamt ist. Als Vorständin und Botschafterin kann ich genau das fördern – junge Menschen in ihrer MINT-Entwicklung zu unterstützen und ihnen damit Perspektiven aufzuzeigen, die sie sonst vielleicht nicht entdeckt hätten.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für MINT-Berufe zu begeistern?

Der Schlüssel liegt in greifbaren Erlebnissen und realen Erfolgsgeschichten. Wenn Schüler*innen selbst erfahren können, wie Mathematik oder Technik ihre Umgebung prägen – sei es durch Experimente, spannende Workshops oder Besuche in Unternehmen – wird MINT für sie lebendig und relevant. Außerdem ist es wichtig, Vorbilder einzubinden, die zeigen, wie vielseitig und erfüllend eine Karriere im MINT-Bereich sein kann. Durch solche Ansätze kann die Begeisterung wachsen.

Was sind die Schwerpunkte deines persönlichen MINT-Engagements?

Ich setze mich vor allem dafür ein, Berührungsängste mit Technik und Naturwissenschaften abzubauen und MINT zugänglich zu machen. Dabei sind mir Projekte besonders wichtig, die früh ansetzen, also schon in der Grundschule oder Kita Begeisterung wecken. Außerdem liegt mir der Bereich Berufsorientierung sehr am Herzen, denn ich glaube, dass Schüler*innen durch praktische Einblicke besser verstehen, welche MINT-Berufe zu ihnen passen könnten.

Und warum liegt dir das Thema „Frauen in MINT“ so am Herzen?

Es ist mir ein großes Anliegen, das Potenzial von Frauen im MINT-Bereich zu stärken. Ich habe selbst erlebt, dass Frauen in diesen Feldern oft unterrepräsentiert und mit Stereotypen konfrontiert sind. Dabei verlieren wir eine enorme Vielfalt an Ideen und Lösungsansätzen, die Frauen mitbringen. Frauen müssen sehen, dass sie in MINT-Berufen nicht nur willkommen sind, sondern auch sehr viel bewirken können.

Welche persönlichen Erfahrungen haben dich zu diesem Engagement inspiriert?

Als Kind und Jugendliche wollte ich die Welt erobern und verändern, voller Neugier und dem festen Glauben, dass ich viel bewirken kann. Doch als es später um meine Studienwahl und den Berufsweg ging, musste ich erleben, wie oft ich nur auf mein Geschlecht reduziert wurde. Mir wurden Kompetenzen abgesprochen, von denen ich wusste, dass ich sie durchaus besitze – allein aufgrund von Vorurteilen. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, jungen Menschen, und besonders Mädchen, die nötige Unterstützung und das Selbstvertrauen zu geben, sich in MINT-Feldern zu entfalten – und genau das möchte ich auch an die nächste Generation weitergeben.

Was begeistert dich besonders an der Arbeit in unserem Verein?

Ich liebe es, wie wir gemeinsam etwas bewegen und tatsächlich Wirkung erzielen. In unserem Verein ist der Teamgeist großartig, und es ist inspirierend zu sehen, wie viele Ehrenamtliche ihre Zeit und Energie für die MINT-Bildung investieren. Besonders begeistert mich, dass wir kreative und flexible Lösungen finden, um MINT auch für Schulen und Regionen zugänglich zu machen, die sonst vielleicht weniger erreicht werden würden.

Welche konkreten Projekte oder Initiativen hast du bereits angestoßen oder planst du in Zukunft?

Ich habe an verschiedenen Projekten zur Berufsorientierung für Schülerinnen mitgewirkt und Initiativen angestoßen, die Schulen mit Unternehmen vernetzen. Ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, ist die Girls´Day Akademie. Ergebnisse aus Bayern bestätigen unsere Erfahrungen. Den Effekt des Projektes zeigt eine wissenschaftliche Datenerhebung der Dialogik gGmbH über Wirkung und Nutzen der Girls’Day Akademie (2020). Aus der Langzeitstudie geht hervor, dass 61 Prozent der Mädchen, die an der Girls’Day Akademie teilgenommen und inzwischen ein Studium oder eine Ausbildung begonnen haben, sich für den Weg in den MINT-Bereich entschieden haben. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Initiativen wie diese an den richtigen Stellschrauben drehen.

Was wünschst du dir für die Zukunft unseres Vereins?

Für die Zukunft unseres Vereins wünsche ich mir, dass wir die Kooperation mit Unternehmen weiter ausbauen, um gemeinsam die duale Ausbildung im MINT-Bereich zu stärken. Durch enge Partnerschaften können wir Schülerinnen und Schülern praxisnahe Einblicke und direkte Wege in MINT-Berufe eröffnen, die ihnen nicht nur spannende, sondern auch zukunftssichere Karriereperspektiven bieten. Der Verein kann das Potenzial und die Attraktivität der dualen Ausbildung sichtbar machen. Damit leistet der Verein einen wichtigen Beitrag, den Fachkräftenachwuchs in den Unternehmen zu unterstützen.
Ich wünsche mir, dass unser Verein weiter wächst und noch mehr Menschen erreicht. Mein großer Wunsch ist es, dass wir ein starkes Netzwerk aus MINT-Botschafter*innen und engagierten Unterstützer*innen aufbauen, die kontinuierlich Wissen, Begeisterung und Möglichkeiten vermitteln – und damit langfristig einen echten Unterschied machen.

Vielen lieben Dank für das schöne Gespräch, liebe Christiane.

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