„Ich engagiere mich als MINT-Botschafter, weil ich daran glaube, dass wir Lernen nicht einfach vermitteln, sondern vor allem ermöglichen können. Mich begeistert die Vorstellung von Klassenräumen als lebendige Lernlandschaften, in denen Neugier geweckt wird, junge Menschen eigene Wege gehen und Lernen zu einem echten Entdeckungsprozess wird.“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafter Benjamin Metz (M.A.), Schulleiter der Leibnizschule Frankfurt am Main (MINT-Zentrum Frankfurt West). Er erzählt uns im Interview mehr über ihre Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.

Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter und was treibt Sie persönlich an?

Mein Weg zum MINT-Botschafter war alles andere als vorgezeichnet. Ich habe Katholische Theologie und Germanistik studiert und war schon in der Schule eher im sprachlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich zu Hause. Mit mathematischen und naturwissenschaftlichen Fragestellungen hatte ich zunächst wenig Berührungspunkte.

Als Schulleiter der Leibnizschule in Frankfurt am Main habe ich MINT kennengelernt und das von der IHK Frankfurt und Provadis ermöglichte und unterstützte MINT-Zentrum Frankfurt West mit aufgebaut und schätzen gelernt. Es begeistert mich, mit welcher Neugier und mit welch leuchtenden Augen sich Schülerinnen und Schüler beispielsweise mit 3-D-Druck, LEGO-Robotik u.v.m. beschäftigen, eigene Ideen verwirklichen und wie sie bei Wettbewerben erfolgreich sind.

Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf MINT nachhaltig verändert und mich zu einem überzeugten MINT-Freund und -Förderer gemacht. Besonders motiviert mich, die Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler zu begleiten und zu erleben, wie sie ihre Fähigkeiten entdecken, Selbstvertrauen gewinnen und über sich hinauswachsen.

Ich bin überzeugt, dass junge Menschen die Chance bekommen sollten, ihre Talente zu entdecken – auch solche, von denen sie selbst vielleicht noch gar nichts wissen. MINT-Bildung vermittelt schließlich weit mehr als Fachwissen: Sie fördert Kreativität, Teamgeist und Problemlösefähigkeit.

Als MINT-Botschafter möchte ich Begeisterung weitergeben, Brücken bauen und zeigen, dass MINT für alle spannend sein kann. Denn es gibt kaum etwas Schöneres, als zu erleben, wie junge Menschen entdecken, was in ihnen steckt und wie selbstwirksam sie sein können.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?

Junge Menschen sind vor allem dann für MINT-Berufe zu begeistern, wenn sie die Möglichkeit bekommen, selbst aktiv zu werden. Theoretisches Wissen bildet das Fundament. Doch seine wahre Kraft entfaltet es dort, wo junge Menschen selbst experimentieren, ausprobieren, programmieren und ihre eigenen Ideen in die Tat umsetzen können. Deshalb muss moderner Unterricht auch ermöglichungsdidaktisch vermittelt werden. Klassenräume müssen zu Lernlandschaften werden.

Ein wichtiger Faktor ist zudem, MINT möglichst früh und lebensnah erlebbar zu machen. Wenn Kinder und Jugendliche erkennen, wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik unseren Alltag prägen und zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen, entdecken sie oft ganz neue Interessen. Entscheidend sind auch Vorbilder, Kooperationen mit Unternehmen sowie authentische Einblicke in die Berufswelt.

Begeisterung entsteht dann, wenn aus Neugier Erfolgserlebnisse werden.

Welche MINT-Fähigkeiten oder -Themen erscheinen Ihnen derzeit und in den nächsten Jahren gesellschaftlich besonders wichtig?

Wichtig ist aus meiner Sicht, junge Menschen dazu zu befähigen, die Welt von morgen, die sich rasant weiterentwickelt, aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten. Dazu gehören für mich vor allem digitale Kompetenzen, ein grundlegendes Verständnis von Künstlicher Intelligenz sowie die Fähigkeit, Informationen kritisch zu hinterfragen und digitale Entwicklungen reflektiert zu beurteilen.

Genauso bedeutsam sind naturwissenschaftliche Kenntnisse, um gesellschaftliche Herausforderungen wie den Klimawandel, die Energiewende und einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen zu verstehen und Lösungen dafür zu entwickeln.

Lieber Benjamin Metz, danke für das schöne Gespräch.


Gruppe von Menschen, die sich bei einem MINT-Botschafter-Event versammelt haben, während sie in die Kamera winken und lächeln. Neben ihnen steht ein Banner mit der Aufforderung, MINT-Botschafter*in zu werden.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in. Hier können Sie sich registrieren.

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