Im Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Rostock sind heute fünf Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern als „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“ geehrt worden. Vier davon zum ersten Mal, eine mit beiden Auszeichnungen auf Anhieb. Von der Grundschule über eine inklusive Schule und eine internationale Schule bis zum Gymnasium: Der Jahrgang ist klein und breit zugleich.
Rostock, 29. Oktober 2026. Die Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ hat heute im Fraunhofer IGD in Rostock fünf Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Drei Schulen wurden als „MINT-freundliche Schule“ geehrt, drei als „Digitale Schule“, eine Schule erhielt beide Ehrungen. Die Urkunden übergaben Prof. Dr. Hannes Federrath, stellvertretender Vorsitzender der Initiative, und Benjamin Gesing, Geschäftsführer von MINT Zukunft e.V.; für das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung gratulierte Dr. Uwe Viole. Gastgeber war Prof. Dr.-Ing. Uwe Freiherr von Lukas, Standortleiter des Fraunhofer IGD.
Worum es geht
Die Ehrungen gehen an Schulen, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik oder das digitale Lernen fest in ihrem Alltag verankert haben: mit Experimenten im Unterricht, mit Informatik als Fach, mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Jede Schule bewirbt sich freiwillig, eine ehrenamtliche Jury aus den MINT-Fachverbänden prüft die Bewerbung, die Ehrung gilt drei Jahre.
Die fünf Schulen
Vier der fünf Schulen sind neu im Netzwerk. Die Evangelische Inklusive Schule „an der Maurine“ erhielt beide Ehrungen zugleich. Die ecolea Internationale Schule Rostock und das John-Brinckman-Gymnasium Güstrow wurden erstmals als Digitale Schule ausgezeichnet, die Grundschule Schweriner Nordlichter erstmals als MINT-freundliche Schule. Die Grundschule Marlower Loris in Marlow bestätigte ihre MINT-Ehrung zum dritten Mal.
Damit hat sich die Zahl der Digitalen Schulen im Land in diesem Jahr verdoppelt, von drei auf sechs. Und zwei der fünf Schulen sind Grundschulen: MINT und digitales Lernen beginnen in Mecklenburg-Vorpommern früh.
Mecklenburg-Vorpommern im Blick
14 Schulen im Land tragen jetzt eine der beiden Ehrungen, im Herbst 2023 waren es zehn. Das ist, auf die kleine Ausgangszahl bezogen, das stärkste Wachstum aller Länder. Dazu passt ein Befund von außen: Im IQB-Bildungstrend 2024 gehören die Neuntklässler Mecklenburg-Vorpommerns in Biologie, Chemie und Physik zu den stärksten in Deutschland. Die Schulen, die heute geehrt wurden, zeigen, wie diese Grundlage im Alltag entsteht.
Mit dem Fraunhofer IGD als Gastgeber und Partnern wie der World Robot Olympiad, die heute ein kostenfreies Robotik-Angebot für Schulen vorstellte, hat das Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern feste Ankerpunkte. Viele Schulen im Land haben den Schritt noch vor sich, vor allem die Regionalen Schulen; die Partner stehen bereit.
Fotos
Unter diesem Link finden Sie die Fotos zu Ihrer freien Verwendung, gern mit Angabe (c) MINT Zukunft. Auf den Fotos zu sehen sind (v.l.n.r.): make&MINT Hans Gerdes, Prof. Dr. Hannes Federrath (MINT Zukunft), Dr. Uwe Viole (Bildungsministerium). MINT-Botschafter: Hans Gerdes, Prof. Dr. Hannes Federrath (MINT Zukunft). Schulehrungen: Dr. Uwe Viole (Bildungsministerium), Prof. Dr. Hannes Federrath (MINT Zukunft), Hans Gerdes (MINT Zukunft), Prof. Dr. Uwe Freiherr von Lukas (Fraunhofer IGD).
Stimmen zur Ehrung
Prof. Dr. Hannes Federrath, stellvertretender Vorsitzender MINT Zukunft e.V.:
„Die fünf Schulen, die heute in Rostock geehrt werden, zeigen, wie informatische Bildung in der Praxis aussieht: ab der Grundschule, in inklusiven wie in gymnasialen Lernumgebungen, mit Lehrkräften, die das Fach beherrschen. Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Ländern, die Informatik verbindlich in der Sekundarstufe unterrichten; das ist eine gute Grundlage, und die geehrten Schulen gehen darüber hinaus. Künstliche Intelligenz macht das nur dringlicher. Die PISA-Studie belegt, dass Schülerinnen und Schüler von KI-Systemen nur dann profitieren, wenn sie gelernt haben, deren Ergebnisse zu prüfen. Diese Kompetenz entsteht im Unterricht, und sie entsteht früh. Den Schulen und ihren Kollegien gratuliere ich zur Auszeichnung.”
Dr. Uwe Viole, Abteilungsleiter Lehrkräftebildung und Digitalisierung:
“Die Schulen, die heute die Auszeichnung erhalten, senden ein wichtiges Signal: Sie fördern demonstrativ und offensiv die Aus- und Herausbildung von Fertigkeiten, die wie nur wenig andere unsere Schülerinnen und Schüler befähigen, im Leben nach der Schule zu reüssieren. Das ist die eigentliche Legitimation, die Daseinsberechtigung von Schule. Was machen diese Schulen? Sie fördern und vermitteln das Staunen über Phänomene als Grundlage und Motiv jedes wissenschaftlichen Interesses und Forschungsantriebs, und aus dem Staunen entwickelt sich Neugier als zentrale und entscheidende Kategorie. Man könnte sich auf die Formel einigen: Die heute auszuzeichnenden Schulen sind nicht nur digital und MINT-freundlich, sie sind denkfreundlich.”
Prof. Dr.-Ing. Uwe Freiherr von Lukas, Standortleiter Fraunhofer IGD Rostock:
„Junge Menschen früh für Wissenschaft, Technik und digitale Themen zu begeistern, ist eine Herzensangelegenheit. Die Durchdringung unserer Arbeits- und Lebenswelt mit Künstlicher Intelligenz schreitet rasant voran – und genau hier leistet Visual Computing einen entscheidenden Beitrag, um KI durchschaubar und beherrschbar zu machen. Dafür brauchen wir exzellent ausgebildete Fachkräfte. Die Ehrung der MINT-freundlichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ist deshalb ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit unserer Region, das wir mit voller Überzeugung unterstützen.“
Hans Gerdes, MINT-Koordination Mecklenburg-Vorpommern, MINT Zukunft e.V.:
„In Mecklenburg-Vorpommern sind die Wege weit und die Kollegien klein. Dass sich in diesem Jahr vier Schulen zum ersten Mal beworben haben, hat mich besonders gefreut, darunter eine inklusive Schule und zwei Grundschulen. Mit dem MINT-Max-Programm bringen wir jetzt Angebote ins Land, die genau zu solchen Schulen passen, von der Robotik-AG bis zum Makerspace.“
Sonderehrung: Borwinschule Rostock wird „make & mint Schule – Pionier”

Frau Tanja Förster (Fachlehrerin AWT) mit ihrem Kollegen Herrn Paul Schmidt
Zusätzlich wurde die Borwinschule Rostock mit der Auszeichnung „make & mint Schule – Pionier” geehrt, der zweithöchsten Stufe im mehrstufigen Programm der gemeinnützigen Nationalen Initiative make & mint. Sie ist damit die erste Schule in Mecklenburg-Vorpommern, die diese Urkunde erhält. Die Borwinschule hatte die Förderung genutzt, um einen eigenen Makerspace aufzubauen, und vermittelt dort fachübergreifendes Wissen mit Projektbezug: experimentierend, forschend, praxisnah. Ermöglicht wurde die Förderung durch die VR Bank Mecklenburg eG, die über ihr Programm VR-DIGICATION in die MINT-Bildung der Region investiert. Die Urkunde nahm Fachlehrerin Tanja Förster und Paul Schmidt stellvertretend für die Schule entgegen; die Ehrung übernahm Benjamin Gesing für den Kooperationspartner make & mint. Die Nationale Initiative make & mint unterstützt Schulen mit lehrplanergänzenden Lernmaterialien, den sogenannten makerTools, mit Makerspace-Ausstattung und Begleitung in der Schulentwicklung. Finanziert wird das Programm von Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen und privaten Förderern; interessierte Schulen können einen Förderantrag stellen, die Initiative sucht dann einen regionalen Förderer.
Ehrung von MINT-Botschafterinnen und MINT-Botschaftern

Im Rahmen der Feier wurden zehn Persönlichkeiten aus Mecklenburg-Vorpommern als MINT-Botschafterinnen und MINT-Botschafter ausgezeichnet. Sie engagieren sich ehrenamtlich dafür, junge Menschen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen, in Schulen, Schülerlaboren, Wettbewerben und Unternehmen.
Franka Freytag – Universität Rostock
Franka Freytag hat nach dem Abitur ein Freiwilliges Jahr in Wissenschaft und Technik am Leibniz-Institut für Ostseeforschung absolviert und studiert heute Physik an der Universität Rostock. Als junge Naturwissenschaftlerin ist sie ein Vorbild auf Augenhöhe für Schülerinnen, die überlegen, ob ein MINT-Studium ihr Weg sein könnte.
Dr. Felix Quade
Dr. Felix Quade betreut jedes Jahr Dutzende Jugend-forscht-Projekte, vom Sensor-Aquarium bis zum Bienenstock-Monitoring, und bringt Mikroskopie und 3D-Bildgebung aus der Forschung in die Hände von Schülerinnen und Schülern.
David Trautmann – TECHNIK BEGEISTERT e.V. / World Robot Olympiad
David Trautmann bringt mit der World Robot Olympiad Robotik-Wettbewerbe an Schulen in ganz Deutschland. In Mecklenburg-Vorpommern hat er heute ein kostenfreies, hybrides Angebot für Robotik im Unterricht vorgestellt, mit dem auch Schulen ohne eigene Technik-AG einsteigen können.
Christine Stahlschmidt – Stiftung Jugend forscht e.V.
Christine Stahlschmidt ist Diplom-Chemikerin und koordiniert bei Jugend forscht das Netzwerk für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Sie bringt Role Models in die Schulen und motiviert Jugendliche zur Teilnahme an Wettbewerben, weil MINT-Bildung aus ihrer Sicht Selbstwirksamkeit stärkt.
Kirsten Mantau – Gymnasium Reutershagen, Rostock
Kirsten Mantau unterrichtet Biologie, Chemie und Informatik und betreut seit Jahren Jugend-forscht-Projekte; ihre Schülerinnen und Schüler standen mehrfach im Bundesfinale und gewannen 2018 den Bundeswettbewerb mit einem Projekt zu Weltraummüll. Ihr Grundsatz im Unterricht: „Das kann ich nicht” gibt es nicht.
Philipp Fritz – Käthe-Kollwitz-Gymnasium Rostock
Philipp Fritz ist Lehrer am Käthe-Kollwitz-Gymnasium, einem der sechs MINT-Profilgymnasien in Mecklenburg-Vorpommern. Er gehört zu den Lehrkräften, die den vertieften MINT-Unterricht der Schule tragen und ihre Schülerinnen und Schüler zu Wettbewerben und Projekten ermutigen. Die Urkunde seines Kollegen Jonas Pestlin nimmt er stellvertretend mit nach Rostock.
Jonas Pestlin – Käthe-Kollwitz-Gymnasium Rostock
Jonas Pestlin ist MINT-Koordinator am Käthe-Kollwitz-Gymnasium, einem der sechs MINT-Profilgymnasien des Landes. Er organisiert dort den vertieften MINT-Unterricht und die außerunterrichtlichen Angebote. Seine Urkunde nimmt Philipp Fritz stellvertretend entgegen.
Katrin Gerwien – Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg
Katrin Gerwien koordiniert den MINT-Bereich am Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg, einem MINT-EC-Gymnasium mit Spezialklassen. Sie sorgt dafür, dass naturwissenschaftliche und technische Angebote über den Unterricht hinaus bei den Schülerinnen und Schülern ankommen, von der Begabtenförderung bis zur Wettbewerbsbegleitung.
Kathrin Rosenberg – Geschwister-Scholl-Gymnasium Wismar
Kathrin Rosenberg unterrichtet am Geschwister-Scholl-Gymnasium Wismar und engagiert sich dort für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik im Schulalltag. Sie steht für die Lehrkräfte, die MINT-Bildung in den Regionen des Landes verankern, dort, wo außerschulische Angebote weniger dicht sind als in Rostock.
Tom Bewersdorf – Universität Rostock, Fachdidaktik Biologie
Tom Bewersdorf koordiniert an der Universität Rostock das Verbundprojekt zur MINT-Bildung in Mecklenburg-Vorpommern, das Schulen, Hochschule und außerschulische Lernorte vernetzt. Er arbeitet daran, dass MINT-Angebote im Land dauerhaft und flächendeckend verfügbar sind, und qualifiziert sich dafür im Rahmen der MINT-Qualitätsoffensive der Körber-Stiftung.
Die MINT-Botschafterinnen und MINT-Botschafter kommen aus Unternehmen, Stiftungen, Schulen und Hochschulen. Sie halten Vorträge, bieten Praktika und Workshops an, begleiten Projekte und zeigen jungen Menschen, welche Wege MINT und Digitalisierung eröffnen. Mit der Auszeichnung dankt „MINT Zukunft schaffen!” den Geehrten für ihren Einsatz.
Die Veranstaltung
29. Oktober 2026, 13:00–16:00 Uhr | Fraunhofer IGD, Joachim-Jungius-Straße 11, Rostock
- Ab 13 Uhr Kennenlernen und Marktstände der Partner: MORAVIA, TECHNIK BEGEISTERT e.V., LD Didactic, VBI / INROS LACKNER SE und PHYWE
- Grußworte von Prof. Dr.-Ing. Uwe Freiherr von Lukas (Fraunhofer IGD), Dr. Uwe Viole (Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung) und Prof. Dr. Hannes Federrath (MINT Zukunft schaffen!); Vorstellung des MINT-Max-Programms durch Hans Gerdes und der World Robot Olympiad durch David Trautmann (TECHNIK BEGEISTERT e.V.)
- Ehrung der MINT-Botschafterinnen und -Botschafter 【Namen ergänzen】; Ehrung der Schulen mit Selbstvorstellung und Exponaten; Moderation Benjamin Gesing
Für Redaktionen: Fotos der Veranstaltung stellen wir nach dem Event bereit. Interviews mit den Schulleitungen vermitteln wir gern. 【Fotolink, Bildnachweis】
Ausgezeichnete Schulen 2026
MINT-freundliche Schule 2026 (Schulname – Ehrungsjahre)
- Evangelische Inklusive Schule „an der Maurine“ – 2026
- Grundschule Marlower Loris, Marlow – 2020 2023 2026
- Grundschule Schweriner Nordlichter, Schwerin – 2026
Digitale Schule 2026 (Schulname – Ehrungsjahre)
- ecolea | Internationale Schule Rostock – 2026
- Evangelische Inklusive Schule „an der Maurine“ Schönberg – 2026
- John-Brinckman-Gymnasium Güstrow – 2026
Über MINT Zukunft schaffen!
„MINT Zukunft schaffen!“ ist eine bundesweite Initiative, die seit 2011 Schulen für ihre Arbeit in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik auszeichnet, seit 2017 auch für digitales Lernen. Die Ehrungen „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“ werden von einer ehrenamtlichen Jury aus den Fachverbänden vergeben, stehen unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz und gelten drei Jahre. Träger ist der gemeinnützige Verein MINT Zukunft e.V. in Berlin, der sich ohne öffentliche Mittel finanziert.
Pressekontakt
Benjamin Gesing | Geschäftsführer und Vorstand MINT Zukunft e.V. | benjamin.gesing@mintzukunftschaffen.de
