„Junge Menschen sollten die Technik, mit der sie später leben, selbst mitgestalten können und sie nicht nur benutzen.“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafterin Dr. Franziska Boenisch, Forschungsgruppenleiterin (SprintML Lab), CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit, Saarbrücken. Sie erzählt uns im Interview mehr über ihre Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.

Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin?

Ich forsche zur Sicherheit und Privatsphäre von KI-Systemen, also an Technik, die inzwischen in fast jedem Lebensbereich mitentscheidet. Wer diese Systeme gestaltet, entscheidet mit darüber, wie sie sich anfühlen und wem sie nutzen. Deshalb finde ich es wichtig, dass junge Menschen früh erleben, dass sie auf dieser Seite stehen können und nicht nur auf der Seite derer, die Technik benutzen.

Dazu kommt auch, dass viele Jugendliche Informatik für etwas halten, das man entweder kann oder nicht. Das stimmt nicht. Es ist ein Skill, den man lernt, und der Unterschied liegt meistens nicht im Talent, sondern darin, ob jemand einem zur richtigen Zeit zeigt, wie spannend die Fragen dahinter sind. Genau das möchte ich weitergeben.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?

Meiner Erfahrung nach nicht über Berufsbeschreibungen, sondern über echte Probleme. Junge Menschen sollten so früh wie möglich selbst an etwas arbeiten, das nicht schon gelöst ist, in Teams, mit offenem Ausgang und mit der Erlaubnis zu scheitern. Wer einmal erlebt hat, wie es sich anfühlt, ein System zu verstehen oder mitzugestalten, braucht danach keine Werbung mehr für das Fach.

Zweitens hilft persönlicher Kontakt. Es macht einen Unterschied, ob man ein Berufsbild auf einem Plakat sieht oder mit jemandem spricht, der diesen Beruf tatsächlich ausübt. Und drittens braucht es sichtbare Vorbilder mit unterschiedlichen Lebensläufen, damit sich mehr Jugendliche wiedererkennen, gerade Mädchen und junge Frauen.

Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?

Mein Schwerpunkt liegt auf Formaten, in denen junge Menschen selbst forschen und bauen. Gemeinsam mit meinem Kollegen Dr. Adam Dziedzic habe ich die European Cybersecurity & AI Hackathon Championship aufgebaut, ein wiederkehrendes Format, in dem Teams an realen Fragestellungen aus IT-Sicherheit und KI arbeiten.

Der zweite Schwerpunkt ist die Nachwuchsförderung im eigenen Umfeld. Ich leite eine Forschungsgruppe von rund 30 Personen und begleite Promovierende, Studierende und Praktikantinnen und Praktikanten auf ihrem Weg in die Forschung. Insbesondere ist mir die Förderung des MINT-Engagements für Mädchen und Frauen wichtig. Ich habe mich daher lange Jahre lang im Cybermentor Projekt engagiert und bin Mentor für Women in ML.

Liebe Franziska Boenisch, danke für das schöne Gespräch.


Gruppe von Menschen, die sich bei einem MINT-Botschafter-Event versammelt haben, während sie in die Kamera winken und lächeln. Neben ihnen steht ein Banner mit der Aufforderung, MINT-Botschafter*in zu werden.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.

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