„MINT bedeutet für mich: neugierig bleiben, Dinge verstehen wollen – und mit diesem Wissen die Welt ein kleines Stück besser machen.“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafter Prof. Dr. Volker Presser, INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien & Universität des Saarlandes, Saarbrücken. Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?
Weil MINT für mich weit mehr ist als Mathematik, Naturwissenschaften oder Technik: Es ist die Fähigkeit, neugierig zu sein, kritisch zu hinterfragen und aus einer Idee etwas Neues entstehen zu lassen. Viele der großen Herausforderungen unserer Zeit – von nachhaltiger Energieversorgung über sauberes Wasser bis hin zur verantwortungsvollen Nutzung unserer Rohstoffe – werden wir ohne Wissenschaft und Technik nicht lösen können.
Als Wissenschaftler und Hochschullehrer erlebe ich immer wieder, wie aus einer ersten neugierigen Frage Begeisterung für Forschung werden kann. Genau diese Neugier möchte ich fördern. Mir ist wichtig, jungen Menschen zu zeigen, dass Wissenschaft nichts Abgehobenes ist und auch nicht nur etwas für vermeintliche „Genies“. Wissenschaft beginnt damit, Fragen zu stellen, Dinge auszuprobieren, auch einmal zu scheitern – und es dann besser zu machen.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Vor allem, indem wir MINT nicht nur erklären, sondern erlebbar machen. Junge Menschen sollten sehen und selbst erfahren können, wofür Naturwissenschaften und Technik gebraucht werden: Wie speichert eine Batterie Energie? Wie kann man Lithium aus alten Batterien zurückgewinnen? Wie können neue Materialien helfen, Trinkwasser aufzubereiten oder Ressourcen zu schonen?
Dafür brauchen wir authentische Vorbilder, praktische Erfahrungen und vor allem Menschen, die ihre eigene Begeisterung weitergeben. Gleichzeitig müssen wir jungen Menschen den Freiraum geben, selbst Fragen zu stellen, zu experimentieren und Fehler zu machen. Forschung lebt schließlich davon, dass man die Antwort eben nicht schon vorher kennt.
Ich glaube deshalb: Begeisterung ist ansteckend – Belehren schreckt ab. Wer jungen Menschen zeigt, wie spannend es sein kann, etwas wirklich verstehen zu wollen und mit dem eigenen Wissen etwas zu verändern, hat bereits sehr viel erreicht.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Mein Schwerpunkt liegt darin, aktuelle Forschung zu Energie, Wasser und Rohstoffen verständlich und greifbar zu machen und gleichzeitig junge Menschen für eine wissenschaftliche Laufbahn zu ermutigen.
In meiner Forschung beschäftigen wir uns unter anderem mit neuen Batteriematerialien und Energiespeichern, nachhaltigen Wassertechnologien sowie der Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Lithium aus Wasser und aus alten Batterien. Gerade diese Themen eignen sich hervorragend, um zu zeigen, dass Grundlagenforschung und konkrete gesellschaftliche Herausforderungen unmittelbar zusammengehören.
Ein ebenso wichtiger Teil meines Engagements ist die Arbeit mit Studierenden, Promovierenden und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Wissenschaftliche Nachwuchsförderung bedeutet für mich nicht nur, Fachwissen weiterzugeben, sondern Selbstständigkeit, Kreativität, kritisches Denken und den Mut zu ungewöhnlichen Ideen zu fördern. Darüber hinaus versuche ich, unsere Forschung über Vorträge, Veranstaltungen, Ausstellungen und soziale Medien auch Menschen außerhalb der Universität und des Forschungsinstituts zugänglich zu machen.
Lieber Volker Presser, danke für das schöne Gespräch.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
