„Gute MINT-Bildung kann den Unterschied machen – und ich möchte dazu beitragen, dass möglichst viele Kinder davon profitieren.“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafterin Dr. Katharina Geldreich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik, Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie erzählt uns im Interview mehr über ihre Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.

Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin?

MINT-Bildung liegt mir sehr am Herzen, weil ich immer wieder sehe, welchen Unterschied gute Bildungsangebote machen können – sowohl bei meinen Studierenden als auch bei den Kindern in unseren Projekten. Gerade in der Grundschule begegnen Kinder MINT noch unvoreingenommen. Je früher sie die Möglichkeit bekommen, ihre Interessen zu entdecken und dabei positive Erfahrungen zu sammeln, desto größer ist die Chance, dass sie diese Begeisterung langfristig mitnehmen.

Spannend ist für mich auch meine eigene Geschichte: Ich habe die Begeisterung für MINT erst relativ spät gefunden, während meines zweiten Studiengangs. Heute weiß ich, welches Potenzial in MINT steckt – und ich möchte dazu beitragen, dass Kinder dieses Potenzial schon viel früher entdecken können.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?

Man sollte möglichst früh beginnen und Kindern niedrigschwellige, lebensnahe Zugänge zu MINT ermöglichen. Gerade Grundschulkinder sind neugierig und offen – diese natürliche Entdeckerfreude sollten wir nutzen. Nicht jedes Kind begeistert sich für dieselben Themen oder Lernwege. Deshalb brauchen wir vielfältige Angebote, etwa narrative Zugänge, projektorientiertes Arbeiten oder das gemeinsame Lösen spannender Herausforderungen.

Für mich ist Informatik weit mehr als Programmieren: Sie hilft Kindern zu verstehen, wie digitale Systeme funktionieren, kritisch mit ihnen umzugehen und sie selbst kreativ mitzugestalten. Und ebenso wichtig ist es, bestehende Rollenbilder aufzubrechen – Informatik ist keineswegs nur etwas für Jungen oder Männer. In unseren Projekten erleben wir immer wieder, wie begeistert Mädchen und Jungen gleichermaßen arbeiten..

Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?

  • Im Mittelpunkt meines Engagements stehen die informatische Bildung in der Grundschule, die Förderung von Mädchen im MINT-Bereich sowie die Qualifizierung angehender Lehrkräfte.

Ein besonderes Herzensprojekt ist „Minti – Female Empowerment Grundschule“. Im Projekt arbeiten Schulen, die Ludwig-Maximilians-Universität München und weitere Partner gemeinsam daran, Mädchen frühzeitig für MINT zu begeistern und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Eine Situation ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Ein Mädchen erzählte nach einem Minti-Club, sie habe ihrem Vater begeistert berichtet, dass sie programmiert und sogar Kabel abisoliert habe. Zunächst habe er ihr das gar nicht geglaubt – erst als sie mehr davon erzählte, sei ihm bewusst geworden, was die Kinder tatsächlich alles lernen. Solche Erlebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Kindern früh Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu geben und stereotype Vorstellungen über MINT aufzubrechen.

Liebe Katharina Geldreich, danke für das schöne Gespräch.


Gruppe von Menschen, die sich bei einem MINT-Botschafter-Event versammelt haben, während sie in die Kamera winken und lächeln. Neben ihnen steht ein Banner mit der Aufforderung, MINT-Botschafter*in zu werden.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.

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