„Um in der Metapher eines „Botschafters“ zu bleiben: Ich möchte den Bereich MINT repräsentieren, zu Menschen und Institutionen aus anderen Bereichen Beziehungen entwickeln und fördern und vor allem junge Menschen zu einer interessierten Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen, mathematischen, informatischen oder technischen Fragen führen.“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafter Prof. Dr. rer. nat. Lutz Kasper, Professor für Physik und ihre Didaktik, PH Schwäbisch Gmünd, Direktor der Gmünd Ulm School of Education (GUSE). Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.

Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?

Als jemand, der in der Physiklehrkräfte-Ausbildung an der Hochschule tätig ist, erlebe ich viele Schulen, an denen unsere Studierenden ihre ersten Unterrichtsversuche unternehmen. Dabei lerne ich viele sehr engagierte Lehrkräfte kennen, sehe gleichzeitig aber auch personelle Engpässe, die sich z.B. durch fachfremd erteiltem Unterricht in einigen MINT-Fächern zeigen. Um jungen Menschen eine Perspektive als MINT-Lehrerin oder -Lehrer zu geben, braucht es mehr wechselseitige Kontakte – und damit mehr „Botschafter“ – zwischen allen Akteuren vom Klassenraum über das Schulkollegium bis zu den Studierenden und Lehrenden an den Hochschulen.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?

Zum Beispiel, indem man den jungen Menschen Lust macht und das Selbstvertrauen fördert, die Naturwissenschaften im Alltag zu entdecken oder technische Innovationen mitzugestalten. Das geht von „Physik in der Küche“ bis zur Frage nach dem Leben außerhalb der Erde.

Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?

Ein aktueller Schwerpunkt besteht für mich in der Idee vielfältiger Vernetzungen. Mit der Gmünd Ulm School of Education vernetzen wir nicht nur zwei lehrkräftebildende Hochschulen miteinander, wir bringen mit der Konzeption von Lehr-Lern-Forschungslabors im MINT-Bereich auch Schulen und Hochschulen, Lernende und Lehrende auf verschiedenen Ebenen zusammen. Ein weiteres Vernetzungsprojekt besteht in der Internationalisierung insbesondere von MINT-Lehramtsstudierenden. Der Blick über Länder- und Kulturgrenzen ist gerade für angehende Lehrerinnen und Lehrer von zunehmender Bedeutung. Hierbei arbeiten wir mit weltweit verteilten Partnerhochschulen zusammen. Inhaltlich liegt ein Arbeitsschwerpunkt auf der Entwicklung von fachlichen Lehransätzen und -materialien, die Alltagskontexte zum Inhalt haben.

Lieber Lutz Kasper, danke für das schöne Gespräch.

Gruppe von Menschen, die sich bei einem MINT-Botschafter-Event versammelt haben, während sie in die Kamera winken und lächeln. Neben ihnen steht ein Banner mit der Aufforderung, MINT-Botschafter*in zu werden.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.

Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier

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