„MINT prägt unser Leben wie kaum etwas anderes. Wer sich hier nicht auskennt, bleibt in einer technologisierten Gesellschaft nur ratlos zurück. Wer aber einen Zugang zu MINT hat, kann mitdenken, mitmachen und mitgestalten.“ Das Zitat stammt vom MINT-Botschafter Dr. David Woitkowski, Kurator am Computermuseum Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?
Unsere Welt und unsere Gesellschaft wandeln sich, angetrieben von immer modernerer Technik. Nach den Computern und dem Internet prägen jetzt die sozialen Medien unser alltägliches Leben, unsere Kommunikation, Politik und Kultur. Doch das ist nicht das Ende der Entwicklung, sondern lediglich ein zwischenzeitlicher Höhepunkt. Seit einigen Jahren nutzen immer mehr Menschen – junge wie alte – KI-Systeme, die noch vor Kurzem kaum denkbar waren. Und die Quantentechnologien der zweiten Generation reihen sich gerade erst in die Reihe der disruptiven Technologien ein.
Wer sich in diesem Ansturm neuer Technologien nicht abhängen lassen will, muss sich auskennen. Nur wer zumindest einen Überblick über diese Technologien hat und sie grundlegend bedienen und nutzen kann, kann auch mitgestalten. Die Alternative wäre, dass wir uns – als Individuen und als Gesellschaft insgesamt – einfach vom Neuen überrollen lassen. Dann entscheiden andere über unsere Kommunikation, unsere Nachrichten, Politik und Werbung.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Auf diese Frage muss ich zwei Antworten geben. Einerseits gibt es viele junge Leute, die sich für MINT-Berufe entscheiden und diese erfolgreich und mit Leidenschaft ausüben. Wir haben sicherlich noch Potenzial, hier mehr Menschen zu erreichen. Das kann vor allem mit guten Vorbildern in und außerhalb der Schule gelingen. Genauso wichtig ist das Erlebnis, dass MINT mit seinem Methoden- und Theorienrepertoire einen eigenen, interessanten und bereichernden Zugang zur Welt um uns herum ermöglicht. MINT macht Dinge sichtbar und ermöglicht Erkenntnisse, die uns Menschen ohne diesen Zugang verschlossen bleiben.
Andererseits wird es immer einen bedeutenden Teil junger Menschen geben, die sich für andere Berufe, Fächer und Richtungen interessieren und die wir nicht für MINT begeistern können. Doch auch sie können in ihrem Leben davon profitieren, Einblicke in die MINT-Welt zu bekommen. Für diese Zielgruppe ist MINT in der Schule oft von Frustration und Desinteresse geprägt. Es braucht also andere Orte – Schülerlabore, Projekte, Museen und Science Center –, die diesen jungen Menschen erste Erfahrungen ermöglichen, auf denen sie später aufbauen können.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Das Heinz Nixdorf MuseumsForum ist ein außerschulischer Ort für MINT-Bildung. Einerseits bieten wir eine spannende Ausstellung mit vielen interaktiven Stationen, die auch komplexe und zukunftsweisende Themen wie KI und Robotik oder Quantencomputing, aber auch die historische Entwicklung von Tontafeln über Lochkarten und Disketten abbildet. Wir versuchen, Menschen jeden Alters und mit verschiedenen Bildungshintergründen anzusprechen, indem wir Informationen und Interaktionen in unterschiedlichen Tiefen anbieten. So kann jeder so weit einsteigen, wie es das eigene Vorwissen oder das eigene Interesse zulässt.
Darüber hinaus bietet das Heinz Nixdorf MuseumsForum ein breites museumspädagogisches Programm: von klassischen Führungen über Rallyes und Workshops bis hin zum coolMINT-Schülerlabor, das in Kooperation mit der Universität Paderborn Einblicke in fast alle MINT-Bereiche ermöglicht.
Lieber David Woitkowski, danke für das schöne Gespräch.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier
