„Wenn wir es schaffen, das Interesse für MINT-Themen zu wecken, kommt die Begeisterung von ganz alleine. Ich engagiere mich als MINT-Botschafter, um auch weiterhin Fachkräfte zu entwickeln, welche den technologischen Fortschritt weiter vorantreiben.“ Das Zitat stammt vom MINT-Botschafter Sven Becker, Teamleiter Aus- und Weiterbildung, SCHÜTZ GmbH & Co. KGaA. Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.

Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?

Die Vielfältigkeit der unterschiedlichen MINT-Bereiche ist leider nicht jedem bekannt, vor allem junge Menschen werden im Alltag oft mit Aussagen und Inhalten konfrontiert, welche zu Desinteresse führen, oder eine weitere Auseinandersetzung mit den Themengebieten blockieren. Um das Interesse für die spannenden und zugleich auch zukunftsweisenden Inhalte zu wecken, sollten wir die unterschiedlichen Bereiche anschaulich darstellen und niedrigschwellige Beschäftigungsangebote zu den Themen hervorbringen. Je früher junge Menschen sich damit auseinandersetzen, idealerweise bereits ab dem Kindesalter, desto größer sind die Chancen auf einen späteren eigenständigen Weiterentwicklungswillen. Bestenfalls erkennen Kinder bereits frühzeitig, welche Möglichkeiten in den unterschiedlichen Bereichen stecken.

Genau dort setze ich mein Engagement für die MINT-Darstellung ein, spätestens im Zuge der Berufsorientierung sollten diejenigen Jugendlichen, welche ein Interesse für MINT-Themen entwickeln konnten, bestmöglich in diese Richtungen betreut werden. Der Grundstein einer beruflichen Laufbahn könnte mit einer dualen Ausbildung im MINT-Bereich vielfältiger nicht gelegt sein, mit der geschaffenen Basis stehen den Jugendlichen im weiteren Verlauf ihrer beruflichen Laufbahn unzählige Möglichkeiten offen. Diese Gedanken gilt es, den Jugendlichen mit auf den Weg zu geben – nur so können wir als gesamte Bevölkerung den technologischen Fortschritt weiterhin vorantreiben.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?

Interesse und Spaß sind, meiner Erfahrung nach, die beiden Schlüsselfaktoren zur Begeisterung von jungen Menschen. Wenn wir es schaffen, ein breitgefächertes Angebot auf Einstiegsniveau anzubieten, erreichen wir dadurch schon einen Großteil der Kinder und Jugendlichen. Wir sollten praxisnahe kleine und mittlere Projekte als Grundlage sehen, um vorhandene Fähigkeiten, Fertigkeiten sowie Kenntnisse weiter auszubauen. Sobald junge Menschen beispielsweise erste praktische Erfahrungen an kleinen Maschinen machen konnten, ist bestenfalls die intrinsische Motivation geweckt. Es liegt an uns, den Akteuren im MINT-Bereich, den Unternehmen, Schulen und selbstverständlich auch dem Elternhaus, diese Motivation zu wecken.

Wenn Jugendliche nach einem Messebesuch oder Workshop etwas Selbstgemachtes in der Hand halten, werden sie sich alleine beim Anblick weiter mit den Themen beschäftigen – egal ob es sich um einen selbst hergestellten Kreisel, gelötete LED-Männchen oder einen programmierten Arduino handelt. Viele erinnern sich auch lange Jahre nach einem beruflichen Einstieg in MINT-Bereiche mit Freude an den letztendlichen Auslöser, an das eine Bauteil, welches selbst geschaffen oder zum Leben erweckt wurde. Genau mit diesen kleinen Anfängen, ohne komplizierte Gesamtzusammenhänge, können wir es schaffen, junge Menschen auf den ersten MINT-Schritten zu begleiten und zu begeistern.

Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?

Durch meine berufliche Tätigkeit als Verantwortlicher im Bereich der Aus- und Weiterbildung kann ich meine Begeisterung für den technischen Bereich der MINT-Themen direkt an andere weitergeben. Es bereitet große Freude, bereits junge Menschen auf dem Weg ihrer Berufsorientierung zu begleiten und Jahre später noch einen guten Kontakt zu pflegen. Wenn Facharbeiter auch nach Jahren des beruflichen Weges immer noch mit Freude ihre Tätigkeiten ausüben und technische Zusammenhänge weiterentwickeln, hat sich alle Mühe gelohnt.

Ich selbst konnte durch meine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker keine bessere Grundlage legen, um mein Interesse in den technischen Bereichen selbst weiterzuentwickeln. Obwohl die eigene Berufswahl auch vor Jahren schon schwierig war, haben junge Menschen heute noch unzählige Möglichkeiten mehr. Genau dort setze ich den Schwerpunkt meines MINT-Engagements, allen Interessierten einen Überblick zu den vielfältigen Möglichkeiten zu geben. Durch eigene Erfahrungen aus Weiterbildungen, sei es zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker oder Betriebswirt (VWA), kann ich ebenso die durchaus wichtige Philosophie des lebenslangen Lernens weitergeben. Das Aufzeigen von Entwicklungsmöglichkeiten über eine Ausbildung oder ein Studium hinaus zählt ebenso zu wichtigen Inhalten meines Engagements, wie auch die Optionen eines späteren Einstiegs von Erwachsenen, welche im Laufe des Lebens ihr Interesse an MINT entdeckt haben.

Lieber Sven Becker, danke für das schöne Gespräch.

Gruppe von Menschen, die sich bei einem MINT-Botschafter-Event versammelt haben, während sie in die Kamera winken und lächeln. Neben ihnen steht ein Banner mit der Aufforderung, MINT-Botschafter*in zu werden.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.

Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier

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