„Schülerinnen und Schüler begeistern sich für MINT, wenn es Schulen gelingt, sich auch für außerschulische Akteure zu öffnen. MINT Zukunft schaffen unterstützt und initiiert diese Vernetzung, sodass in den Schulen echte Relevanz und echte Leidenschaft für MINT entstehen kann.“ Das Zitat stammt vom MINT-Botschafter Robert Mews, MINT-Koordinator im Referat 20 bei der Senatorin für Kinder und Bildung der freien Hansestadt Bremen und Lehrer an der Neuen Oberschule Gröpelingen. Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?
Ich engagiere mich als MINT-Botschafter, weil ich überzeugt bin, dass MINT-Kompetenzen essenziell für die Zukunft unserer Gesellschaft sind – sowohl technologisch als auch gesellschaftlich. Besonders am Herzen liegt mir dabei die Chancengerechtigkeit: Viele Kinder und Jugendliche – insbesondere aus benachteiligten Lebensverhältnissen – haben zu selten Zugang zu inspirierenden MINT-Erfahrungen. Hier sehe ich eine Verantwortung, Barrieren abzubauen und Lerngelegenheiten zu schaffen, die alle jungen Menschen erreichen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialem Umfeld. Ein Schlüssel dazu ist die Zusammenarbeit mit außerschulischen Lernorten – wie Science Centern, Schülerlaboren, Makerspaces, Unternehmen oder anderen Initiativen. Sie eröffnen praktische und oft niedrigschwellige Zugänge zu MINT-Themen, die über den klassischen Schulunterricht hinausgehen. Dort wird experimentiert, geforscht, ausprobiert – genau das, was zeitgemäßes Lernen ausmacht: aktiv, vernetzt, anwendungsbezogen und selbstgesteuert.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Begeisterung entsteht meiner Meinung nach dann, wenn junge Menschen relevante, praxisnahe und sinnstiftende Erfahrungen machen. Deshalb müssen wir ihnen zeigen, wie MINT die Welt gestaltet – vom Klimaschutz über Digitalisierung bis zur medizinischen Forschung. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern um Lösungsdenken, Kreativität und gesellschaftliche Verantwortung. Um mehr Jugendliche zu erreichen, brauchen wir Vielfalt an Zugängen: Experimente, digitale Tools, projektorientiertes Lernen, Berufsvorbilder. Vielfältige und authentische Lernumgebungen stellen oft die entscheidende Verbindung zwischen Theorie und Praxis her. Zudem ist es mir wichtig, Stereotype abzubauen und MINT als etwas Offenes und Gestaltbares zu präsentieren – nicht nur für „Genies“, sondern für alle, die neugierig, kreativ und lösungsorientiert denken.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Mein persönlicher Schwerpunkt liegt zum Einen in der Vernetzung von Schule mit außerschulischen Bildungsakteuren, um nachhaltige MINT-Erfahrungen zu ermöglichen. Zum Anderen arbeite ich in meiner Tätigkeit als Lehrkraft daran, Lerngelegenheiten so zu gestalten, dass sie partizipativ, diversitätssensibel und lebensweltlich relevant sind – zum Beispiel durch Projektarbeit, Kooperation mit lokalen Initiativen oder fächerübergreifende MINT-Angebote. Ein besonderes Anliegen ist mir die Förderung von bisher unterrepräsentierten Personengruppen im MINT-Bereich, denn hier braucht es gezielte Impulse, Vorbilder und bestärkende Lernräume, um Chancengleichheit zu fördern. Ich verstehe MINT als Zugang zu Problemlösung und Zukunftsgestaltung. Mein Ziel ist es, MINT-Lernen so zu gestalten, dass es zeitgemäß, inklusiv und wirksam ist – für alle jungen Menschen, die unsere Zukunft mitgestalten wollen.
Lieber Robert Mews, danke für das schöne Gespräch.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier

Fantastisch, genau was ich für mein Projekt gesucht habe überall