„Ich möchte als MINT-Botschafter zeigen, dass MINT nicht trocken ist, sondern voller Möglichkeiten steckt – zum Ausprobieren, Gestalten und Zukunft bauen.“ Das Zitat stammt vom MINT-Botschafter Kevin Sennhenn, Bildungskoordinator bei Bildungsregion Südniedersachsen | SüdniedersachsenStiftung. Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?
Ich engagiere mich als MINT-Botschafter, weil ich davon überzeugt bin, dass Begeisterung für MINT schon ganz früh entstehen kann. Schon in der Kita und Grundschule können Kinder spielerisch entdecken, wie spannend Forschen und Ausprobieren ist. Indem wir dabei Mädchen und Jungen gleichermaßen fördern, schaffen wir Chancengleichheit. Gleichzeitig leben wir in einer Zeit voller Unsicherheiten und digitaler Veränderungen.
MINT-Bildung stärkt hier wichtige Zukunftskompetenzen wie Kreativität, kritisches Denken, Zusammenarbeit und Kommunikation. Genau diese Kompetenzen brauchen Kinder und Jugendliche, um in einer komplexen Welt handlungsfähig zu bleiben. Aus diesem Grund möchte ich besonders bei pädagogischen Fach- und Lehrkräften für MINT-Themen werben. In meiner Arbeit erlebe ich, wie aus anfänglicher Skepsis echte Begeisterung werden kann – Begeisterung, die dann direkt in die Einrichtungen und zu den Kindern und Jugendlichen getragen wird.
Als Botschafter möchte ich dazu beitragen, gute Beispiele und Materialien zu teilen und selbst neue Impulse aus der Community von MINT Zukunft schaffen mitzunehmen.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Indem wir Kinder und Jugendliche möglichst früh, niedrigschwellig und praxisnah abholen. Klassischer Unterricht allein reicht nicht – sie wollen entdecken, ausprobieren und eigene Ideen umsetzen. Entscheidend ist dabei, dass MINT nicht abstrakt bleibt, sondern in alltagsnahe Bezüge und konkrete Erfahrungen übersetzt wird: durch Projekte, Praktika oder Kooperationen mit Unternehmen, die schon früh Einblicke in MINT-Berufsbilder ermöglichen.
Besonders wirksam ist es, wenn junge Menschen dabei Rolemodels begegnen, die ihnen zeigen, wie vielfältig und spannend MINT ist. Gerade für Mädchen und junge Frauen ist es wichtig, Vorbilder zu haben, die Mut machen und Rollenklischees aufbrechen. So kann Begeisterung entstehen, die über die Schule hinaus trägt und echte Perspektiven eröffnet.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Ich koordiniere das Netzwerk Kinder forschen in der Bildungsregion Südniedersachsen und unterstütze pädagogische Fach- und Lehrkräfte mit unseren Fortbildungen dabei, MINT spielerisch und niedrigschwellig in den Alltag von Kita, Hort und Grundschule einzubinden. So wird Neugier von klein auf gefördert.
Als Bildungskoordinator arbeite ich außerdem daran, Akteure zu vernetzen und Strukturen zu schaffen, die MINT-Themen für alle Kinder und Jugendlichen zugänglich machen. Gemeinsam mit zahlreichen Kooperations- und Verbundpartnern haben wir als Bildungsregion der SüdniedersachsenStiftung in den letzten drei Jahren ein großes MINT-Netzwerk aufgebaut, das wir in den kommenden Jahren zu einer MINT-Region weiterentwickeln wollen. Für möglichst viele Kinder und Jugendliche, insbesondere im ländlichen Raum sollen so im schulischen und außerschulischen Kontext Zugänge zu MINT-Aktivitäten ermöglicht und Berufsperspektiven im MINT-Bereich geschaffen werden.
Lieber Kevin Sennhenn, danke für das schöne Gespräch.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier
