„Vielfalt, Neugier und kritische Fragen sind für mich der Schlüssel für Innovation in MINT.“ Das Zitat stammt vom MINT-Botschafterin Prof. Dr. med. Franziska Thieken, Professorin an der Technische Hochschule Mittelhessen und Ärztin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg. Sie erzählt uns im Interview mehr über ihre Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin?
Als Professorin und Ärztin sehe ich jeden Tag, wie wichtig technologische und naturwissenschaftliche Kompetenzen in unserer Gesellschaft sind. Gleichzeitig erlebe ich in meiner Rolle als Mutter wie vielen Kindern und Jugendlichen ein barrierearmer Zugang zu MINT-Fächern fehlt. Ich engagierte mich als MINT-Botschafterin, um diese Barrieren abzubauen und junge sowie auch ältere Menschen neugierig zu machen für die faszinierende MINT-Welt. Besonders wichtig für innovative Entwicklungen ist aus meiner Sicht eine große Vielfalt von klugen Köpfen, denn jeder oder jede bringt ganz individuelle Erfahrungen mit ein und hat einen großen Wert die Zukunft im Bereich MINT aktiv mitzugestalten. Dabei geht es mir um mehr als Technik: Ich möchte junge Menschen empowern, Fragen zu stellen, mitzudenken und ihren eigenen Weg zu finden. Besonders wichtig ist mir, dass wir das MINT-Feld europaweit stärken – denn nur mit klugen Köpfen und neugierigen jungen Talenten bleiben wir als Gesellschaft zukunftsfähig.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Meine Philosophie ist es für MINT zu begeistern, in dem wir MINT erlebbar zu machen – ob auf dem Girls’ und Boys’ Day, auf öffentlichen Veranstaltungen wie der KI-Tour des Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation oder im Hörsaal. Es geht darum, Berufe sichtbar zu machen, Identifikationsräume zu schaffen und Kinder und Jugendliche früh mitzunehmen. Dabei ist der offene Dialog eine gute Gelegenheit, um zum einen mit greifbaren Beispielen aus der digitalen Medizin zu begeistern und zum anderen auch zum Nachdenken anzuregen, denn auch kritische Stimmen gehören zu einem MINT-Dialog dazu. Sie helfen uns, besser zu erklären, besser zuzuhören und gemeinsam tragfähige Perspektiven zu entwickeln. Oft reicht ein einziger Aha-Moment, um den Funken der Begeisterung in den jungen Menschen zu entfachen.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Im Mittelpunkt meines Engagements steht die digitale Medizin – ein Feld, das technische Innovation unmittelbar mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Mich fasziniert, wie Technologien konkret dazu beitragen können, Krankheiten früher zu erkennen, die Versorgung zu verbessern oder den Klinikalltag effizienter und menschlicher zu gestalten.
Doch Technik allein reicht nicht: Damit digitale Lösungen wirken können, brauchen wir Menschen, die sie verstehen, anwenden und weiterdenken – und genau hier setzt mein Engagement an. Ich arbeite daran, entlang der gesamten Bildungskette – von der Schule bis zum Studium – Räume zu schaffen, in denen Neugier geweckt, Fragen gestellt und Antworten gemeinsam gefunden werden können.
Besonders wichtig ist mir, dass wir MINT-Kompetenzen auch auf europäischer Ebene ausbauen und vernetzen. Wir stehen vor globalen Herausforderungen, auf die wir nur mit einer klugen, diversen und gut ausgebildeten jungen Generation Antworten finden werden.
Liebe Franziska Thieken, danke für das schöne Gespräch.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier
