Deutschlands erster Photonics-Makerspace, die Lichtwerkstatt der Universität Jena, wird Fördermitglied der Nationalen Initiative „MINT Zukunft schaffen!“. Mit einem breiten Angebot an Workshops und Projektideen quer durch die MINT-Themen weckt der Lichtwerkstatt Makerspace aktuell das Interesse für die Attraktivität von MINT-Themen besonders bei Schülerinnen und jungen Frauen. Ziel ist es, möglichst viele von ihnen für dieses zukunftsträchtige Feld zu gewinnen und damit einen langfristig wirksamen Beitrag gegen den Fachkräftemangel in Deutschland zu leisten.
Die Lichtwerkstatt ist ein deutschlandweit einzigartiger Makerspace an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der bereits seit 2017 allen Bastler*innen und Tüftler*innen eine Möglichkeit bietet, ihre eigenen Ideen und Projekte umzusetzen. Seit 2025 wird hier unter anderem das BMBF-Projekt „Hands-on! The MINT-Makerspace“ durchgeführt. Ziel ist es, insbesondere Schülerinnen und junge Frauen durch Workshops und MINT-Projekte für Forschung und Technik zu begeistern. Mit „Aha-Erlebnissen“ sollen sie motiviert werden, sich bewusst für ein MINT-Studium oder Ausbildung zu entscheiden. So möchte der Lichtwerkstatt Makerspace dazu beitragen, die MINT-Lücke zu schließen und mehr junge Frauen für technische Berufe zu gewinnen: Bundesweit fehlen dem Arbeitsmarkt aktuell mehr als 150.000 Personen in den MINT-Disziplinen.
„Wir wollen Angebote unterbreiten, die für alle Zielgruppen interessant sind, ohne immer gleich das Label Technik oder Physik draufzuschreiben“, sagt Johannes Kretzschmar. Der Leiter der Lichtwerkstatt denkt dabei beispielsweise an das sogenannte Cosplay, die spielerische und zugleich technische Verwandlung in Comic- oder Mangafiguren. So wird es Workshops geben, bei dem die Teilnehmer*innen ihre selbstkreierten Kostüme mit Sound- und Lichteffekten versehen. Deren Steuerung wird in der Lichtwerkstatt technisch umgesetzt und erlaubt so eine spielerische Annäherung an technische und physikalische Themen. Überhaupt werde in der Lichtwerkstatt der Kreativität breiter Raum eingeräumt, so Johannes Kretzschmar.
Der handlungsorientierte Ansatz der Lichtwerkstatt macht MINT erlebbar: Ob leuchtende Kleidungsstücke, programmierte Stickmuster oder kreative 3D-Druck- oder Lasercutter-Projekte – hier können Kinder und Jugendliche spielerisch Naturwissenschaften und Technik entdecken. Dieses Ausprobieren soll während des Projekts im Fokus stehen. „Unser Makerspace ist ja ein großes Tüftlerlabor, in dem jugendliche Bastler genauso willkommen sind wie der Opa, der seine Modelleisenbahnanlage ausbauen möchte“, sagt Dr. Theresia Palenta, die das Projekt „Hands-on! The MINT-Makerspace“ von Anfang an tatkräftig begleitet. Aber auch technisch äußerst anspruchsvolle Projekte mit verschiedensten Lösungsansätzen, wie beispielsweise ein Müllsammelroboter, ein Brain-Computer-Interface oder ein selbstgebautes Fluoreszenzmikroskop, stehen auf der Ideenliste. Zahlreiche Partner, darunter Schulen, Vereine, Museen, Institute, Unternehmen und außerschulische Lernorte unterstützen das Projekt bereits. Die Angebote stehen Mädchen und Jungen offen, bewusst werden auch junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Bildungsbiographien angesprochen.
Über das Netzwerk von „MINT Zukunft schaffen!“ werden die Workshops nun deutschlandweit zugänglich gemacht. „Mit unserer Mitgliedschaft wollen wir mit unseren Ideen, Workshops und vor allem unseren mobilen 3D-Druckern auch Schülerinnen und Schüler außerhalb Thüringens erreichen,“ sagt Palenta. Wichtig für eine bewusste Berufswahl sind auch überzeugende Role Models, das können sowohl Studierende, Promovierende oder Unternehmerinnen sein, von denen im MINT-Botschafter*innennetzwerk etliche beeindruckende Persönlichkeiten versammelt sind.
„Mit dem Lichtwerkstatt Makerspace haben wir einen besonders kreativen Partner gewonnen, der sich seit Jahren, sowohl national als auch international, mit großem Engagement für die Faszination und Erlebbarkeit kreativer MINT-Projekte engagiert. Wir freuen uns, über unser Netzwerk dazu beizutragen, diese Möglichkeiten und Chancen auch an zahlreiche Schülerinnen und Schüler außerhalb Jenas heranzutragen. Ich bin sehr gespannt auf die Zusammenarbeit,“ so Prof. Dr. Christoph Meinel, Vorstandsvorsitzender MINT Zukunft schaffen! e.V.
Über den Lichtwerkstatt Makerspace der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Die Lichtwerkstatt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist Deutschlands erster Photonik-Makerspace. Von der Photonik ausgehend hat dieser mittlerweile seinen fachlichen Fokus auf praktisch alle MINT-Bereiche, darunter Elektrotechnik, IT, Medizintechnik, Materialwissenschaft und sogar Quantentechnologien erweitert. Der Lichtwerkstatt Makerspace besteht aus einer offenen Werkstatt, welche zur Bearbeitung von MINT-Themen ausgezeichnet ausgestattet ist. In einem modernen Optiklabor steht eine umfassende Grundausstattung optomechanischer und optischer Komponenten sowie optische Messtechnik (z.B. Mikroskope, Spektrometer, Leistungsmessgeräte, Kameras) zur Verfügung. Die weitere Ausstattung umfasst klassische Makerspace-Elemente wie 3D-Drucker, 3D-Scanner, Lasercutter, Elektronikelemente und -werkzeuge, Augmented und Virtual Reality sowie Robotik-Technologien. Es bestehen umfassende Erfahrungen aus insgesamt über 100 durchgeführten Veranstaltungen in den letzten sechs Jahren, u.a. zu Hardware-Programmierung, 3D Erfassung, Modellierung und Druck, Lasercutting, Elektronik, Robotik, Comicdesign und Musikkomposition auf verschiedensten Anforderungsniveaus. Mehr Information unter https://lichtwerkstatt-jena.de

Über die Nationale Initiative „MINT Zukunft schaffen!“
„MINT Zukunft schaffen!“ ist eine Community von Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und Initiativen und setzt sich für die Stärkung der MINT-Bildung ein. Ziel ist es, mehr junge Menschen für MINT zu begeistern und die Kompetenzen in der Gesellschaft zu fördern. Die Initiative vergibt die Signets „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“. Im Jahr 2025 tragen rund 3.000 Schulen in Deutschland ein Signet. Die „MINT-freundlichen Schulen“ werden von der Kultusministerkonferenz (KMK) beschirmt, während die „Digitalen Schulen“ unter der Schirmherrschaft von Bundesdigitalminister Dr. Volker Wissing stehen. „MINT Zukunft schaffen!“ ist Co-Gründer und Mitglied des Nationalen MINT-Forums. Weiter veröffentlicht die Initiative monatliche Daten zur MINT-Lücke, ein halbjährliches MINT Reporting (MINT-Meter), vergibt Stipendien, MINT-Awards für Studierende und den Studentenpreis „MINT Minded-Company“ für Unternehmen. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers.
