PRESSEMITTEILUNG – Freiberg, 15. September 2026

Sachsens Netz ausgezeichneter Schulen wächst an einem Tag um fast ein Drittel – acht Schulen erstmals dabei, sechs erhalten beide Siegel, vier zum fünften Mal in Folge bestätigt – so stemmt Sachsen sich weiter erfolgreich gegen den PISA-Trend

Heute wurden an der TU Bergakademie Freiberg elf „Digitale Schulen“ und 15 „MINT-freundliche Schulen“ aus Sachsen geehrt – insgesamt 20 Schulen mit 26 Auszeichnungen. Sechs Schulen erhielten beide Siegel an einem Tag, acht Schulen wurden zum ersten Mal ausgezeichnet. Die Ehrung übergab Staatssekretär Wilfried Kühner vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus gemeinsam mit Prof.in Dr. Swanhild Bernstein (Prorektorin der TU Bergakademie Freiberg), Prof. Dr. Christoph Meinel (Vorsitzender MINT Zukunft e.V.), Stefanie Czybik (TU Dresden) und Christoph Schellenberger (Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke). Die sächsische Ehrung ist die zweite Station der „Tour de MINT“ 2026, bei der in diesem Jahr rund 900 Schulen in allen 16 Bundesländern ausgezeichnet werden.

Gruppenfoto von Teilnehmern einer Veranstaltung, die lächeln und die Hände heben, in einem modernen Konferenzraum.
Author/Photographer: Andreas Hiekel | TUBAF

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Die Auszeichnungen gelten für drei Jahre und würdigen die nachhaltige Verankerung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sowie digitaler Bildung im Schulalltag. Die Ehrung fand statt in der Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“ der ältesten montanwissenschaftlichen Hochschule der Welt – die Schulen waren eingeladen, vorab die Ausstellung „Vom Salz des Lebens – eine Reise in die Welt der Rohstoffe“ zu besuchen.

Sachsen legt weiter zu 

Mit der heutigen Ehrung steigt die Zahl der sächsischen Schulen mit gültigem Siegel von 38 auf 50 – ein Plus von 32 Prozent an einem einzigen Tag. 37 Schulen tragen nun das Siegel „MINT-freundliche Schule“, 32 das Siegel „Digitale Schule“, 19 beide. Damit hat Sachsen das ausgeprägteste Digital-Profil aller Bundesländer: Fast zwei Drittel der ausgezeichneten sächsischen Schulen sind als „Digitale Schule“ zertifiziert, bundesweit ist es gut die Hälfte. Der Freistaat ist zugleich das einzige Bundesland, in dem die Zahl der “Digitalen Schulen” fast an die der “MINT-freundlichen Schulen” heranreicht.

Auffällig ist die regionale Breite des Jahrgangs 2026: Elf der 20 Schulen liegen außerhalb von Dresden, Leipzig und Chemnitz – im Erzgebirge (Olbernhau, Schneeberg, Gelenau), im Vogtland (Auerbach), in Westsachsen (Crimmitschau, Burgstädt), in der Oberlausitz (Görlitz), in Mittelsachsen (Döbeln) und im Elbtal (Riesa, Heidenau, Wilsdruff). Aus Chemnitz ist mit dem Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium eine Schule zum vierten Mal dabei.

Der Jahrgang deckt die Bildungskette ab: Mit der Pestalozzi-Grundschule Gelenau ist erstmals eine Grundschule aus dem Erzgebirge dabei, mit der Oberschule Pieschen und der Semper Oberschule Dresden zwei Oberschulen, mit der Gemeinschaftsschule Campus Cordis Dresden eine der noch jungen sächsischen Gemeinschaftsschulen, dazu 16 Gymnasien.

Ausdauer, die sich sehen lässt

Vier Schulen wurden heute zum fünften Mal in Folge als MINT-freundliche Schule bestätigt: das Julius-Motteler-Gymnasium Crimmitschau, das Pestalozzi-Gymnasium Heidenau und die Oberschule Pieschen Dresden (alle seit 2014) sowie die Max-Klinger-Schule Leipzig (seit 2015). Da jede Zertifizierung alle drei Jahre neu erarbeitet werden muss, steht dahinter jeweils ein Jahrzehnt kontinuierlicher Arbeit.

Die Max-Klinger-Schule Leipzig und die Oberschule Pieschen Dresden sind mit je neun Auszeichnungen die meist geehrten Schulen Sachsens – beide tragen heute zum fünften Mal das MINT-Siegel und zum vierten Mal das Digital-Siegel. Dass eine Oberschule an der Spitze steht, ist ein Signal: In Sachsen verlassen mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler die Schule mit einem Realschulabschluss – die Oberschule ist die Schulform, die die Fachkräftebasis des Landes prägt.

Neu im Kreis der ausgezeichneten Schulen sind die Neue Nikolaischule Leipzig (gleich mit beiden Siegeln), das Werner-Heisenberg-Gymnasium Riesa, das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium Schneeberg, das Gymnasium Wilsdruff, das Joliot-Curie-Gymnasium Görlitz, die Gemeinschaftsschule Campus Cordis Dresden und die Pestalozzi-Grundschule Gelenau.

Zahlen auf einen Blick

  • 26 Auszeichnungen an 20 Schulen: 15 × MINT-freundliche Schule, 11 × Digitale Schule
  • 6 Schulen erhalten beide Siegel an einem Tag
  • 8 Erstauszeichnungen (3 MINT, 5 Digital), 18 Verlängerungen
  • 4 Schulen zum fünften Mal MINT-freundlich, 2 Schulen mit je 9 Auszeichnungen insgesamt
  • Bestand in Sachsen: 38 → 50 Schulen mit gültigem Siegel (+32 %)
  • 11 von 20 Schulen außerhalb der drei Großstädte; Schulformen: 16 Gymnasien, 2 Oberschulen, 1 Gemeinschaftsschule, 1 Grundschule

Zitate

Wilfried Kühner, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Kultus:

“Mit den heute ausgezeichneten Schulen zeichnet sich ein hervorragendes Bild der zukunftsweisenden MINT-Bildung in Sachsen. Ein gemeinsames Siegel für alle Schularten unterstreicht, wie wichtig es ist, MINT als Schwerpunkt in der Breitenförderung zu verankern. Die zahlreichen ausgezeichneten und rezertifizierten Schulen aller Schularten zeigen, wie es gelingen kann, alle Schülerinnen und Schüler für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik so zu begeistern, dass sie Zukunftskompetenzen entwickeln können. Gemeinsam mit starken außerschulischen Partnern werden vielfältige Angebote an den Schulen möglich, die nachhaltig wirksam sind und damit die MINT-Bildung ganzheitlich stützen und den digitalen Wandel in den Schulen begleiten.”

Prof. Dr. Swanhild Bernstein, Prorektorin Lehre, Studium und Lebenslanges Lernen, TU Bergakademie Freiberg:

“Die Abkürzung MINT steht für die Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften (wie Physik, Chemie, Biologie) und Technik. Allgemein anerkannt ist die herausragende Bedeutung der MINT-Fächer für die Wirtschaft und Gesellschaft, da sie das Fundament für technologische Innovationen und die Lösung globaler Krisen bilden können. Aber noch wichtiger ist das Wissen, die Methoden und die Motivation für diese Fächer auch in Zukunft – in unsere Jugend – hineinzutragen. Besonders wichtig ist mir, dass junge Menschen die Denkweise und Philosophie der MINT-Fächer verinnerlichen, um die Zukunft zu gestalten.”

Prof. Dr. Christoph Meinel, Vorsitzender der Nationalen Initiative „MINT Zukunft schaffen!“:

„Sachsen legt heute an einem Tag um fast ein Drittel zu – 50 Schulen im Freistaat tragen jetzt ein gültiges MINT- oder Digital-Siegel. Bemerkenswert ist, wo diese Schulen stehen: Elf der zwanzig geehrten Schulen liegen im Erzgebirge, im Vogtland, in der Oberlausitz oder im Elbtal, nicht in den Großstädten. Und die meistausgezeichnete Schule des Landes ist neben einem Leipziger Gymnasium eine Dresdner Oberschule. MINT-Qualität in Sachsen ist keine Frage der Postleitzahl und keine Frage der Schulform – sie ist eine Frage von Kollegien, die zehn Jahre lang dranbleiben.“

Christoph Schellenberger, Geschäftsführer LJBW Sachsen:

Die Neugier von Kindern und Jugendlichen zum Ausgangspunkt zu machen, ist ein zentrales pädagogisches Prinzip, dass wir stärken nutzen sollten. Die MINT-freundlichen und Digitalen Schulen bieten dafür ideale Rahmenbedingungen, die wir gezielt nutzen, um junge Menschen für Naturwissenschaften, Technik und digitale Themen zu begeistern. Auch dieses Jahr werden wir diese Schulen für ihr Engagement ehren.

Stefanie Czybik, Koordinatorin Connect to Talent 2.0 der Schulkontaktstelle im ServiceCenterStudium der TU Dresden

“MINT-Begeisterung in der Schule eröffnet jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Interessen und Talente zu entdecken  – und kann ein wichtiger Impuls für die eigene Studienwahl sein. Genau dabei wollen wir als TU Dresden mit unseren Angeboten unterstützen und Schülerinnen und Schüler ermutigen, ihre Stärken in MINT weiterzuentwickeln. Die ausgezeichneten Schulen schaffen dafür wichtige Räume: zum Fragen, Ausprobieren und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gemeinsam mit den Schulen möchten wir junge Menschen auf ihrem Weg in Studium und Beruf begleiten.”

MINT Max: Partner der sächsischen Schulen stellen sich vor

  • Hohenloher Academy – Raumkonzepte für MakerSpaces, MINT-Räume und Lernlabore
  • Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG – technische Lehrmittel und Ausbildungsmaterial
  • TECHNIK BEGEISTERT e.V. – Roboterwettbewerbe, Schulförderung und MINT-Aktivitäten
  • PHYWE – Lehr- und Lernmittel für Naturwissenschaften und digitalen Unterricht
  • LJBW – Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke: MINT-Hub der Initiative  Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ in Sachsen, MINT-Wettbewerbe und MINT-Netzwerke
  • Globalfoundries – Praktika und Ausbildungsberufe in der Halbleitertechnik
  • TU Bergakademie Freiberg – Studienorientierung, Schüleruniversität, Elternabende
  • TU Dresden – Schülerlabore, Studienorientierung, MINT-Stipendium, MINT-Mädchenförderung
  • Wissensfabrik – Mitmach-Netzwerk für Bildung und Innovation
  • MEKRUPHY GmbH – naturwissenschaftliche Experimentiergeräte
  • LD Didactic – Lehrmittel für Naturwissenschaften und Technik

Die TU Dresden stellte zudem ihr Programm zur MINT-Mädchenförderung vor.

Die in Sachsen ausgezeichneten Schulen 2026

Digitale Schule (11):

  • Gemeinschaftsschule Campus Cordis Dresden (neu)
  • Gerda-Taro-Schule Leipzig
  • Goethe-Gymnasium Auerbach/Vogtland
  • Gymnasium Burgstädt
  • Gymnasium Olbernhau
  • Gymnasium Wilsdruff (neu)
  • Joliot-Curie-Gymnasium Görlitz (neu)
  • Max-Klinger-Schule Leipzig (4. Mal)
  • Neue Nikolaischule – Gymnasium der Stadt Leipzig (neu)
  • Oberschule Pieschen Dresden (4. Mal)
  • Pestalozzi-Grundschule Gelenau (neu)

MINT-freundliche Schule (15):

  • Anton-Philipp-Reclam-Schule Leipzig (3. Mal)
  • Gerda-Taro-Schule Leipzig
  • Gymnasium Burgstädt (seit 2016)
  • Gymnasium Dresden-Gorbitz
  • Gymnasium Olbernhau
  • Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium Schneeberg (neu)
  • Julius-Motteler-Gymnasium Crimmitschau (5. Mal, seit 2014)
  • Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium Chemnitz (4. Mal, seit 2015)
  • Lessing-Gymnasium Döbeln
  • Max-Klinger-Schule Leipzig (5. Mal, seit 2015)
  • Neue Nikolaischule – Gymnasium der Stadt Leipzig (neu)
  • Oberschule Pieschen Dresden (5. Mal, seit 2014)
  • Pestalozzi-Gymnasium Heidenau (5. Mal, seit 2014)
  • Semper Oberschule Dresden
  • Werner-Heisenberg-Gymnasium Riesa (neu)

Hintergrund

Die Auszeichnung „MINT-freundliche Schule“ steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) und wird von den Mitgliedern der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ getragen. Die KMK hat in ihrer Empfehlung zur Förderung der MINT-Bildung vom 14. Juni 2024 die Siegel „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“ als besonders empfehlenswert hervorgehoben.

Die Auszeichnung „Digitale Schule“ würdigt Schulen, die Digitalisierung in Pädagogik, Lehrkräftequalifizierung, regionaler Vernetzung, Konzeptentwicklung und technischer Ausstattung ganzheitlich umsetzen. „MINT-freundliche Schulen“ erfüllen mindestens zehn von 14 Kriterien für eine nachhaltige Integration von MINT-Themen in den Schulalltag. Beide Programme werden nach einem bundesweit einheitlichen, wissenschaftlich fundierten Verfahren vergeben. Eine interaktive Karte aller ausgezeichneten Schulen ist auf der Website von MINT Zukunft e.V. verfügbar.

Fotos der Ehrung stehen nach der Veranstaltung unter [Link] zum Download bereit. Quellenangabe: [Fotograf/in].

Ansprechpartner Presse: Benjamin Gesing, MINT Zukunft e.V., benjamin.gesing@mintzukunftschaffen.de

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