„Begeisterung für MINT kann man nicht verordnen – aber wir können sie wecken, indem wir jungen Menschen zeigen, welche Perspektiven sie bietet.“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafter Fabian Zaremba, Chief Digital Officer Germany, Indra Group Germany, Baden-Württemberg und Dozent für New Study an der DHBW. Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?
Mein Weg in die Informatik war nicht geradlinig – von der Vorbereitung eines Medizinstudiums, über eine eigene Firmengründung bis hin zum dualen Informatikstudium.
Was mich dabei angetrieben hat, war immer Begeisterung – geweckt durch echte Begegnungen mit Wissenschaft, Technologien und Menschen, die mir gezeigt haben, was möglich ist.
Heute gestalte ich als Chief Digital Officer bei der Indra Group Germany digitale Transformationen und Entwicklung von Zukunftstechnologien in der Geschäftsleitung und unterrichte als Dozent für New Study an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW).
Der Fachkräftemangel in MINT-Berufen begegnet mir dabei täglich – und ich bin überzeugt, dass wir ihn nur lösen, wenn wir früher ansetzen: Nicht mit abstrakten Appellen, sondern indem wir konkrete Perspektiven aufzeigen; besonders auch bei jungen Menschen, die MINT-Berufe bisher nicht auf dem Schirm haben.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Begeisterung ist immer intrinsisch – man kann sie nur wecken.
Drei Aspekte sind für mich dafür essentiell:
- Moderne, spannende Bildung – wer zum Beispiel Informatik mit trockenen Folien und alten Methoden vermittelt, verliert junge Menschen, bevor es wirklich angefangen hat. Hands-on-Erfahrungen und motivierende Ansätze müssen schon in der Schule greifen, die Verbindungen der Fächer klar dargestellt werden.
- Sichtbare Zukunftsaussichten – junge Menschen brauchen konkrete Geschichten und Ausblicke, die zeigen, welche Relevanz MINT-Kompetenzen heute haben. Ohne diese Ausblicke bleiben MINT Fächer nur Pflichtfächer, anstatt Türöffner zu sein.
- Chancengerechtigkeit – MINT-Förderung muss niedrigschwellig sein und sich an alle sozialen und kulturellen Hintergründe anpassen. Es steckt enorm viel Potenzial in jungen Menschen, die einfach nur eine Chance brauchen.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
In der beruflichen und akademischen Ausbildung von Nachwuchskräften engagiere ich mich aktiv für attraktive und inklusive Bildungschancen.
Als Dozent an der DHBW verbinde ich dabei wichtige akademische Grundlagen mit aktuellen Herausforderungen aus der Industrie – von Cybersecurity über digitale Infrastruktur bis zum Einsatz von KI.
Ein Studium ist nicht für jeden der richtige Weg; daher bin ich auch IHK geprüfter Ausbilder und will vermitteln, dass auch der duale Ausbildungsweg in IT-Berufen als vollwertiger Karrierepfad wahrgenommen werden sollte.
Lieber Fabian Zaremba, danke für das schöne Gespräch.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier
