„Die Forschung von Heute ist das Wissen von Morgen – und dieses gilt es zielgruppengerecht zu vermitteln: praxisnah, greifbar, nachvollziehbar. Dafür setze ich mich mit einem starken wie gewachsenen Netzwerk aus Unternehmertum, Wissenschaft & Politik ein.“ Das Zitat stammt vom MINT-Botschafter Daniel Kuna, Pilot (Vereinigung Cockpit e.V. – junge VC), Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?
Als ehemaliger Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend forscht“ teile ich weiterhin wissenschaftliche bzw. menschliche Neugier, die hinter jedem einzelnen Projekt steckt. Während ich früher als „Einzelkämpfer“ kleinere eigene MINT-Projekte realisiert habe, organisiere ich heute federführend mehrtägige MINT-Seminare im Bereich der Life Sciences für Studierende unterschiedlichster Disziplinen, um das Interesse, die Neugier und das MINT-Feuer auch bei den Studierenden zu erhalten. Auch wenn ich die Hauptverantwortung für diese MINT-Projekte – das Ergebnis ist stets ein Teamergebnis zahlreicher Akteure, die mir zuarbeiten, mich unterstützen, mich beraten und mir auch den Rücken freihalten. Die MINT-Begeisterung bei jungen Menschen zu entfachen gelingt mit einem ausgewogenen Mix aus Theorie und Praxis sehr gut – zudem besteht die Möglichkeit zum interdisziplinären Netzwerken, sowohl mit Teilnehmer/Innen, Unternehmen, Instituten als auch Förderern. Wir schaffen einen messbaren wie auch nachhaltigen Mehrwert für alle Beteiligten! Durch immer neue Seminarthemen lerne auch ich ständig dazu. Während 2024 noch das Virologie-Seminar in Hamburg im Fokus stand, so ist es in 2025 die Bakterien-Summerschool in Köln, die uns in die Welt der Mikrobiologie entführen wird. Beide Themengebiete waren für mich fachfremd – folglich war für mich allein die Organisation der Veranstaltungen ein kleines fachspezifisches Studium: spannend, aufregend, manchmal nervenaufreibend. Man lernt, auch kleine Erfolge viel mehr zu schätzen – eine Einstellung, die sich jeder junge Wissenschaftler bzw. jede junge Wissenschaftlerin aneignen sollte, da Wissenschaft auch eine hohe Frustrationstoleranz voraussetzt. Nicht immer tritt der gewünschte Erfolg sofort ein – und manchmal führen nur arbeitsintensive Umwege zum Ziel. Aber auch auf diesen lernt man unglaublich viel dazu.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Den Grundstein legen gewiss Wettbewerbsformate wie „Jugend forscht“ bzw. die „Physik“- oder die „Chemie“-Olympiade, die man schon zur Schulzeit besuchen kann. Damit ist eine erste Bindung zur MINT-Welt frühzeitig geschaffen. Anschließend kommt es im nächsten Schritt auf qualitativ hochwertige Studienangebote an den verschiedenen Universitätsstandorten an und dass sich verschiedene Fachgesellschaften sowie Stiftungen ebenfalls in der Förderung des Nachwuchses engagieren. Sie haben Möglichkeiten, die über das universitäre Curriculum hinausgehen. Das impliziert z.B. diverse Förderlinien bzw. Förderrahmenbedingungen der Stiftungen, die personelle Ausstattung sowie ein weitreichendes Netzwerk in Industrie, Wirtschaft und öffentlicher Hand. Basierend auf diesem starken Fundament können dann Seminar- bzw. Fortbildungsangebote konzipiert und realisiert werden, die die Inhalte des jeweiligen Studiums vertiefen bzw. praxisnah aufgreifen. Auch heute noch ist der Anteil der theoretischen Inhalte in den verschiedenen Studiengängen zu hoch – je mehr Praxisbezug hergestellt werden kann, desto größer ist auch die Begeisterung bzw. Faszination der Studierenden. Sachen, die man anfassen kann, haben einen viel höheren methodisch-didaktischen Wert als Inhalte, die nur an das Whiteboard oder Schiefertafel im Hörsaal skizziert werden. Die heutige Generation fordert Praxisbezug, Flexibilität, interdisziplinären Austausch und familienfreundliche Rahmenbedingungen in einem späteren MINT-Beruf. Unabhängig davon, ob dieser in der Wissenschaft oder in der Industrie bzw. im Unternehmertum liegt. Die Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche der heutigen Jugend bzw. des wissenschaftlichen Nachwuchses im MINT-Sektor korrekt zu erfassen und passgenau wie zielgerichtet zu fördern, ist für alle Akteure eine immer größere Herausforderung – da sind alle gefordert ihren Beitrag zu leisten: Schulen, Universitäten, Stiftungen, gemeinnützige Organisationen bzw. Fachgesellschaften, aber auch Arbeitgeber aus Wissenschaft und Industrie wie auch die Politik.

Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Ich fokussiere mich vor allem auf den Bereich Life Science – dieser bietet ein breites Spektrum an Themen, die man im Rahmen eines MINT-Seminars bzw. einer MINT-Summerschool tiefergreifend aufarbeiten kann. Zudem implizieren die Life Sciences einen hohen Alltagsbezug und eine damit verbundene hohe gesellschaftliche Relevanz. Nach der Corona-Pandemie war ein Virologie-Seminar absolut naheliegend – gerade weil es dort noch so viel mehr zu entdecken gibt als nur jene Coronaviren! Die Bakterien-Summerschool ist nun der Gegenentwurf zum Virologie-Seminar, auch dieses Projekt lässt uns in viele spannende Forschungsprojekte & Themen der modernen Mikrobiologie abtauchen, deren Alltagsrelevanz uns häufig nicht bewusst ist. Und natürlich spielt auch die Finanzierung eine entscheidende Rolle: Life Science Seminare können von einer Vielzahl von Stiftungen & Unternehmen im Rahmen von Förderverträgen bzw. Sponsoring gefördert werden. Gleichzeitig habe ich das Glück, dass ich als Pilot sehr viele Menschen aus dem Unternehmertum sowie der Politik kenne und damit auf ein schlag- wie finanzkräftiges Netzwerk unabhängig von Stiftungen und sonstigen Förderlinien zurückgreifen kann. Für nahezu jede Problemstellung findet sich über mein gewachsenes Netzwerk eine Lösung. Je anspruchsvoller es wird, desto motivierter bin ich, um ein organisatorisches, inhaltliches oder finanzielles Problem zu lösen – und klar, jedes Seminar soll besser als das Vorherige werden, man setzt sich immer wieder neue wie auch ambitionierte Ziele. Als Organisator von MINT-Veranstaltungen wächst man mit den Aufgaben, lernt praxisnah das Management von Großprojekten und wird mit dem ausgesprochenen Vertrauen zahlreicher Unterstützer/Innen belohnt. Ich kann mir kein sinnvolleres wie auch werthaltigeres Hobby vorstellen und kann jedem Studenten bzw. jeder Studentin nur empfehlen, selbstständig kleinere oder auch größere MINT-Events zu realisieren und sich an dieser Herausforderung zu versuchen. Man wächst als Wissenschaftler wie auch als Mensch!
Lieber Daniel Kuna, danke für das schöne Gespräch.

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