Viele Schulen beschreiten aktiv den Weg zu einer MINT-Fokussierung mit Schwerpunkt „I“, oft auch in Verbindung mit „M“. Es gibt z. B. im Rahmen von SMART Schools, MINT-Schulen, MINT EC-Schulen, den Tablet Schools, „Forum-Bildung. Digitalisierung“ und den MINT-freundlichen Schulen bereits starke Ansätze, die diese Schwerpunkte abbilden.

Seit längerem wird von MINT-freundlichen Schulen an „MINT Zukunft schaffen“ – und noch stärker an die auszeichnenden Partner wie zum Beispiel Gesellschaft für Informatik, Wissensfabrik für Deutschland, DLGI – Bedarf herangetragen. Konkrete Fragestellungen, die die Schulen beschäftigen, sind:

  • Was kann ich auf dem Weg zur digitalen Schule noch tun?
  • Welche Unterstützung können die Partner bzw. MINT Zukunft schaffen bieten?
  • Wie kann ich das Schulprofil in Richtung Digitalisierung schärfen?

Unter der Leitung der Gesellschaft für Informatik und unter Mitwirkung weiterer Partner, u.a. Wissensfabrik für Deutschland, Fraunhofer IAIS, eco Verband der Internetwirtschaft und VDI ist ein „Leitfaden für digitale Schulen“ entwickelt worden. Mit diesem Leitfaden, sowie der Möglichkeit diesen durch Experten bewerten zu lassen, können Schulen eine Standortbestimmung bzw. Selbsteinschätzung zum Thema „Digitalisierung“ vornehmen und Anregungen erhalten, wie ihr digitales Profil geschärft werden kann.

Alle Schulen können sich auf die neue Auszeichnung „Digitale Schule“ bewerben.
Bei erfolgreicher Bewertung wird die Schule dann als „Digitale Schule“ geehrt.

Die Ehrung als Digitale Schule hat eine Gültigkeit ab Ehrung von drei Jahren. In dieser Zeit werden Sie auf unserer Webseite als geehrte Schule gelistet und sind auch im Dashboard der ausgezeichneten Schulen präsent. Wenn nach drei Jahren keine erneute Bewerbung vorgelegt wird, verliert das Signet seine Gültigkeit.

Der Kriterienkatalog „Digitale Schule“ umfasst fünf Module:

1. Pädagogik & Lernkulturen
2. Qualifizierung der Lehrkräfte
3. regionale Vernetzung
4. Konzept und Verstetigung
5. Technik und Ausstattung.

Die Module sind orientiert an der KMK-Strategie „Digitale Bildung“ und wurden von Fachexperten und Wissenschaftlern der o.g. Verbände entworfen. Die Ehrung „Digitale Schule“ ist

  • wissenschaftlich basiert
  • verbandsneutral
  • unabhängig.

Den Kriterienkatalog finden Sie hier: Bewerbungsunterlagen

Das Projekt Digitale Schule ist aus der Auszeichnung „MINT-freundliche Schule“ hervorgegangen – auch auf Wunsch und Anregung vieler Schulen, doch ist es keine Erweiterung oder „Bonusauszeichnung“, sondern vielmehr etablieren wir ein eigenständiges Qualitäts-Signet „Digitale Schule“ für die Breite der deutschen Schullandschaft.

Bisher haben sich rund 700 Schulen in Deutschland erfolgreich auf das Signet „Digitale Schule“ beworben.

Interessiert?

Wir haben ein Self-Assessment entwickelt, mit dem Sie nach zwei Minuten eine erste Einschätzung erhalten, ob sich eine Bewerbung auf das Signet „Digitale Schule“ lohnt.

Mit einer vollständigen Bearbeitung des Leitfadens „Digitale Schule“ haben Sie die Chance auf Anregungen, Positionsbestimmung, Aufzeigen der Stärken und Schwächen sowie bei Absenden der Bewerbung auf Bewertung und ggf. Ehrung in einem feierlichen Rahmen.  

Fünf Gründe, sich zu bewerben:

  1. Nehmen Sie eine Standortbestimmung/Selbsteinschätzung zum Thema „Digitalisierung“ vor und bereiten Sie sich so auf den Digitalpakt vor.
  2. Schärfen Sie Ihr digitales Profil so, dass eine entsprechende Profilbildung tatsächlich ausgezeichnet werden kann.
  3. Zeigen Sie auf, welche Konzepte für Digitalisierung Sie (künftig) anwenden und welche Maßnahmen Sie auf dem Weg hin zu einer umfassenden digitalen Bildung ergreifen.
  4. Profitieren Sie vom MINTMAX-Programm für Digitalisierung.
  5. Zeigen Sie Eltern, Unternehmen und Schulträger, dass Ihre Schule auf dem Weg der Digitalisierung bereits Anerkennung erhält.

Links
– Partner der „Digitalen Schulen“ (hier klicken)
– Hintergrund der „Digitalen Schulen“ (hier klicken)
– Ansprechpartner für Ihr Bundesland (hier klicken)

Ansprechpartner für Fragen zum Programm „Digitale Schulen“:

Ralf Tregl: ralf.tregl@mintzukunftschaffen.de

Die „Digitalen Schulen“ sind ein Programm
der Nationalen Initiative „MINT Zukunft schaffen!“
und stehen unter der Schirmherrschaft des Bundesdigitalministers Dr. Volker Wissing, Md

Hintergrund der Auszeichnung Digitale Schule

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft grundlegend. Die Durchdringung aller Lebens- und Arbeitsbereiche mit Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnet große gesamtgesellschaftliche und volkswirtschaftliche Chancen bspw. für die gesellschaftliche Teilhabe, die Vermittlung von Wissen oder die Beschäftigung. Zugleich bergen digitale Technologien auch Herausforderungen, denn die neuen Freiheiten erschaffen auch neue Abhängigkeiten. Zudem sind ein Grundverständnis von Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung erforderlich sowie Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien. In den meisten Berufen sowie im privaten und gesellschaftlichen Leben sind mündige Bürger gefragt, um auch die weniger sichtbaren Veränderungen beurteilen und an Diskursen wie z.B. über die Netzneutralität teilhaben zu können.

Um Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung abwägen zu können, bedarf es einer guten schulischen Bildung und einer damit verbundenen Reflexions- und Urteilsfähigkeit. Laut der „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ergänzt die Beherrschung von Informations- und Kommunikationstechnologien die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen. Demnach ist das Ziel von Bildung in der digitalen vernetzten Welt (kurz: Digitale Bildung) im Kern das von Bildung generell: Sie soll den Menschen helfen, sich als selbstbestimmte Persönlichkeiten in einer sich ständig verändernden Gesellschaft zurechtzufinden, verantwortungsvoll ihre eigenen Lebensentwürfe zu verfolgen und sie zu einer verantwortlichen Teilhabe am kulturellen, gesellschaftlichen, politischen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben zu befähigen.

Wie die Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ festhält muss „das Lehren und Lernen in der digitalen Welt dem Primat des Pädagogischen – also dem Bildungs- und Erziehungsauftrag – folgen. Das heißt, dass die Berücksichtigung des digitalen Wandels dem Ziel dient, die aktuellen bildungspolitischen Leitlinien zu ergänzen und durch Veränderungen bei der inhaltlichen und formalen Gestaltung von Lernprozessen die Stärkung der Selbstständigkeit zu fördern und individuelle Potenziale innerhalb einer inklusiven Bildung auch durch Nutzung digitaler Lernumgebungen besser zur Entfaltung bringen zu können.“

Insbesondere die Schule muss sich daher – von der Primarstufe über die Sekundarstufe I bis hin zur Sekundarstufe II inkl. der Berufsschulen – der Frage nach Bildung in der digitalen vernetzten Welt umfassend stellen. Ohne Verständnis der grundlegenden informatischen Konzepte digital vernetzter Systeme und Lebenswelten können Bildungsprozesse heute nicht zukunftsfähig gestaltet werden. Wie die Dagstuhl-Erklärung festhält stellen sich „Kernaufgaben der Allgemeinbildung wie Förderung von Verantwortungsbewusstsein, Urteilsfähigkeit, Kreativität, Selbstbestimmtheit, Partizipation und Befähigung zur Teilnahme am Arbeitsleben unter den veränderten Bedingungen neu.“ Dabei geht es um Bildung sowohl über die informatischen Grundlagen der digitalen Welt und den Erwerb von Medienkompetenz einerseits und andererseits um Kompetenzbildung mit Hilfe von digitalen Medien und Technologien.

Dabei muss sich die Schule den Herausforderungen der Digitalisierung inhaltlich, strukturell und methodisch stellen:

Inhaltlich muss die digitale, vernetzte Welt selbst als Unterrichtsgegenstand aus technologischer, gesellschaftlich-kultureller und anwendungsbezogener Perspektive in den Blick genommen werden. Dabei sind wichtige Fragen zu klären wie z.B. welche Prinzipien immer wieder in unterschiedlichen Phänomenen zu finden sind, wie und warum man bestimmte Tools nutzt, wie und warum digitale Systeme wie das Internet oder Programme funktionieren, wie man selbst mithilfe von Automatisierung Probleme löst und wie und warum diese Systeme wirken, wie sie uns begegnen und beeinflussen, z.B. durch nahezu unbegrenzter Kommunikationsmöglichkeiten und zunehmend automatisierte Entscheidungen.