Die Grundschule Burgebrach trägt unser Signet “Digitale Schule” seit 2019. In der Kategorie “IM FOKUS” stellen wir Ihnen regelmäßig Schulen aus unserem Schulnetzwerk vorstellen, die sich für einen digitalen Unterricht und innovative Bildung engagieren – wie dieses Mal die Grundschule Burgebrach.
Über unser Programm “Digitale Schule”
Mit unserem 2017 neu aufgesetzten Programm „Digitale Schule“ wird allen Schulen die Möglichkeit gegeben, eine Positionsbestimmung „Digitalisierung“ vorzunehmen. Die “Digitalen Schulen” werden für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Unternehmen sowie die Öffentlichkeit durch die Ehrung sichtbar und von der Wirtschaft nicht nur anerkannt, sondern auch besonders unterstützt. Unsere bundesweiten Partner zeichnen in Abstimmung mit den Landesarbeitgebervereinigungen und den Bildungswerken der Wirtschaft diejenigen Schulen aus, die bewusst Schwerpunkte in der digitalen Bildung setzen. Die Schulen werden auf Basis eines anspruchsvollen, standardisierten Kriterienkatalogs bewertet und durchlaufen einen bundesweit einheitlichen Bewerbungsprozess.
Über die Grundschule Burgebrach
Die Grundschule Burgebrach besuchen rund 270 Schülerinnen und Schüler und rund 20 Lehrkräfte sind dort beschäftigt. Die Schule ist seit 2019 “Digitale Schule” und legt einen Schwerpunkt auf innovative Lehrmethoden.
“Digitalisierung zeigt sich uns Lehrkräften als Entwicklungsreise, die wir mit unseren Lernenden und außerschulischen Partnern (u.a. Sachaufwandsträger – Gemeinde) bewerkstelligen, um den Standort Schule zukunftsweisend zu sichern und einen kompetenten, mündigen Umgang mit digitalen Werkzeugen im Lehr- und Lernprozess zu vermitteln und letztendlich sicherzustellen,“ erzählt uns Carina Neubauer, Ansprechpartnerin Konzept „RoboCallKids“/ Digitales Lernen/ Kooperation Mittelschule an der Grundschule Burgebrach, gleich zu Beginn.
Pädagogik und Lernkulturen
“Die Zielsetzungen unserer Lehrarbeit orientieren sich sowohl am Leitbild unserer Schule, am fortlaufend weiterentwickelten Schulentwicklungsprogramm als auch am schuleigenen Medienkonzept, welches ebenso eine ständige Weiterentwicklung erfährt. Nicht unwesentlich trägt unsere Schule mit unserem Kooperationspartnern dem Lehrstuhl Kognitive Systeme, unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Schmid an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Forschungsgruppe für Elementarinformatik (FELI) dazu bei, dass unsere Region zur Digitalen Bildungsregion im Jahr 2020/21 ausgezeichnet wurde (siehe dazu Kurzfilm). Weitere Auszeichnungen erfolgten über den Praxispreis der GDSU (Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts 2020 sowie die Teilnahme am Isi-Digital-Wettbeerb 2020 mit gelddotierter Auszeichnung (coronabedingt)”, so Carina Neubauer weiter.
Das Medienkonzept beinhaltet folgende Kriterien:
a) An der Ausgangslage der Kinder ansetzen;
b) Informatische Konzepte unplugged und plugged grundlegen: Demnach den Zugang zu analogen wie digitalen Lernmedien ermöglichen, um auch der haptischen Wahrnehmung gerecht zu werden;
c) Motivation für das Lernen nutzen und sinnvolle Handlungsanlässe schaffen;
d) Selbstwirksamkeit gegenüber technischer Errungenschaften ermöglichen;
e) Zeitgemäße Lehrmittel zur Rhythmisierung des Unterrichts im Querschnitt der Fächer nutzen;
f) Den Forderungen einer neuen, zukunftsweisenden, herausfordernden und aktivierenden Lernkultur gerecht werden, die problemorientiert, forschend-entdeckend und rekapitulierend
angelegt ist;
g) systematisches, logisches und damit problemlösendes Denken initiieren „Computational Thinking“ & Coden = Programmieren
h) Mündigkeit: verantwortungsvolles Handeln und verantwortbare Handlungsprodukte sicherstellen;
Entwicklung im Bereich Digitaler Unterricht
Die Grundschule Burgebrach ist engagiert, stetig den digitalen Unterricht weiterzuentwickeln, wie durch:
a) Erweiterung der Schulausstattung: Jedes Klassenzimmer verfügt über ein Panel, eine Digitalkamera und einen Klassensatz IPads. Die Schule wurde um weitere Informatikspiele (haptisch), um Blue-Bots und IPads ausgestattet. Jedes Schulkind verfügt über ein IPad und kann mit diesem unterrichtlich arbeiten. Diverse Apps dienen der Vertiefung von Gelerntem, zum Anwenden informatischer Konzepte im Rahmen des Programmierens oder zum Kreativ werden, auch über blockbasierte Programmiersprachen.
b) Fortlaufende Weiterentwicklung des schuleigenen Medienkonzepts: Orientiert an diesem führen Medienführerscheinexperten der vierten Jahrgangsstufe jüngere Mitschüler in den sicheren Umgang mit dem Internet ein. Die Schüler der 2.-4. Klassen erwerben über vier Online-Lernmodule einen MEDIENFÜHRERSCHEIN nach dem Motto „Online ja, aber sicher!“
“Einen besonderen Schwerpunkt legen wir im Lernbereich Digitales Lernen auf das Programmieren (Lernbereich 9 in unserem Medienkonzept). Vordergründig geht es um das Verstehen und Erfassen informatischer Konzepte z.B. Was ist ein Algorithmus? ODER Was ist ein Pixel? Was kann es? usw.. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf ein ausgewogenes analoges wie digitales Vorgehen, um den Ausgangslagen und Bedürfnissen unserer Schüler im Alter von 5-10 Jahren gerecht zu werden”, erklärt uns Carina Neubauer, Ansprechpartnerin Konzept RoboCallKids/ Digitales Lernen/ Kooperation Mittelschule an der Grundschule Burgebrach.
Das Schulen der haptischen Wahrnehmung über das materialgeleitete analoge Handeln dient als Grundlage zum computergestützten Arbeiten/Programmieren.
Das Konzept „Informatisches Denken in der Grundschule“ (siehe S.14 ff) wird beibehalten und erfährt durch weiterentwickelte, veröffentlichte, analoge Spiele (Ausgang der Kooperation mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, FELI – Forschungsgruppe für Elementarinformatik, Ltg. Prof. Dr. Ute Schmid) zur Vermittlung informatischer Konzepte und den Einsatz von Bluebots eine sinnvolle Erweiterung und Ergänzung, gerade für den Einsatz in den Jahrgangsstufen 1/2.
Demnach werden informatische Konzepte sowohl unplugged als auch plugged vermittelt:
a) die spielerische und damit vor allem haptische Herangehensweise zur Vermittlung informatischer Konzepte (z.B. Was ist ein Ablauf/Algorithmus?, Wie funktionieren Zählschleifen/Loops?, Was ist ein Pixel, was kann es? Wie kann man de- und encodieren?).
b) die spielerische Herangehensweise zur Vermittlung informatischer Konzepte via Bluebot. Hier wird vordergründig die Anordnung erarbeitet, die Drehungen und Winkel (90°, 180°, 270° und 360°) berücksichtigt.
c) das Programmieren plugged an den Geräten: Anhand von Problemlöseaufgaben wird auf der Basis von „Computational Thinking“ & Coding = programmiert“
d) das Programmieren plugged – ein mögliches Handlungsprodukt: Fachdidaktische Überlegungen zur Programmierung einer Quadratblume in Scratch 3.0.: Fächerkombination Mathematik-Kunst mit den Lerninhalten: Eigenschaften der Flächenform Quadrat, rechter Winkel und weiterführende Winkel, informatische Konzepte: vordergründig Zählschleife; (Aufgabenbeispiel aus dem Algo-Kids-Projekt, Pilotschule)
e) Programmierung von Nutz- und Messwerkzeugen (z.B. Fahrradlicht, Leitfähigkeitswerte), Spielen (z.B. Stein-Schere-Papier)
f) Robotik: den M-Bot programmieren im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft der Viertklasskinder
Steuergruppe „Digitales Lernen“
Die Grundschule hat eine eigene Steuergruppe „Digitales Lernen“, welche das Thema „Digitalen Unterricht“ gezielt vorantreibt. Im Team sind:
- Ansprechpartnerin als Schulleitung: Frau Michaela Peßler-Dengler
- Ansprechpartnerinnen Konzept RoboCallKids/ Digitales Lernen/ Kooperation Mittelschule: Carina Neubauer und Julia Schneider
- Jochen Schnappauf: Kooperation Mittelschule – Systembetreuer, Datenschutzbeauftragter
Vernetzung
Die Grundschule Burgebrach verfügt über Kooperationspartner wie:
- Kooperation mit dem Bildungsbüro des Landratsamtes Bamberg (Filmaufnahmen, Ernennung zur Bildungsregion Bamberg)
- Kooperation mit der Forschungsgruppe für Elementarinformatik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Ltg. Prof. Dr. Ute Schmid fortlaufend, u.a. Unterrichtsmitschauen)
“Über die Plattform-App Schulmanager kommunizieren wir mit unseren Eltern. Termine, Elternbriefe, Nachrichten (klassenspezifisch wie individuell), Elternsprechtage, Krankmeldungen u.v.m. werden hierüber koordiniert und systematisiert, was aus Perspektive der Verwaltung gesehen viele Arbeitsschritte, auch in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen z.B. Anwesenheitslisten für die Mittagsbetreuung, verkürzte”, so Carina Neubauer.
Digitale Bildung
“Informatisches Denken in der Grundschule ist bei uns unter dem Begriff „RoboCallKids“ – mit dem Maskottchen Robo – verankert. Hier setzen wir seit dem Coronaende wieder klassenübergreifende Projekte im Tutorensystem um”, erklärt uns Carina Neubauer.
Zu diesen Projekten gehören:
- grundlegende Begriffe der Informatik sicherzustellen: Pixel, Algorithmus, Suchen & Sortieren, …
- Heranführen an das Programmieren mit Scratch 3.0 über den Programmierzirkel aus dem Schulversuch „Algo-Kids“ der TU München und dessen Weiterführung an Aufgabenbeispielen;
- Programmieren des Mikrokontrollboards „Calliope“: Nutz- und Messgeräte zur Erschließung der Umwelt programmieren und anwenden;
- Programmieren des M-Bots im Rahmen einer Robotik-Arbeitsgemeinschaft für die vierten Jahrgangsstufen fortlaufend im jeweils laufenden Schuljahr;
Erfahrungen mit dem Titel Digitale Schule
“Als Digitale Schule wird Unterrichtsentwicklung sichtbar und man erfährt zudem eine positive Wahrnehmung seitens unserer Lernenden, unserer Elternschaft und generell im Rahmen der Öffentlichkeit. Zeitgemäße Unterrichtsarbeit weckt zudem die Neugier anderer Schulen und stellt den Standort Schule mit Blick auf fördernde und fordernde Bildung sicher“, so Carina Neubauer, Ansprechpartnerin Konzept RoboCallKids/ Digitales Lernen/ Kooperation Mittelschule an der Grundschule Burgebrach, abschließend.
Wir sagen der Grundschule Burgebrach vielen Dank für den Einblick und das Engagement in der Digitalen Bildung.
Grundschule Burgebrach, Grasmannsdorfer Str. 3, 96138 Burgebrach
Sie tragen unser Signet „MINT-freundliche Schule“ und/oder „Digitale Schule“ und wollen auch in unserer Reihe „IM FOKUS“ vorgestellt werden? Dann melden Sie sich bitte bei Susanne Lettner (Leiterin Marketing und Kommunikation, MINT Zukunft schaffen!): susanne.lettner@mintzukunftschaffen.de / Tel.: +49 30-24 63 24 57
Start Bewerbungsphase 2024
Bis Ende Mai ist es für alle Schulen wieder möglich, sich als “MINT-freundliche Schule” zu bewerben. Gleichzeitig startet auch die Bewerbungsphase für das Signet „Digitale Schule“. Zu beiden Signets haben wir für Sie die Informationen hier zusammengefasst.
