Die Mädchenrealschule St. Anna Riedenburg, der Schulstiftung der Diözese Regensburg, trägt unser Signet “MINT-freundliche Schule” seit 2013. In der Kategorie “IM FOKUS” wollen wir Ihnen Schulen aus unserem Schulnetzwerk vorstellen, die sich für MINT-freundlichen Unterricht und innovative MINT-Bildung engagieren – wie heute die Mädchenrealschule St. Anna Riedenburg.
Über unser Programm “MINT-freundliche Schule”
Unser Programm “MINT-freundliche Schule” gibt es seit 2011. Die MINT-freundlichen Schulen werden für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Unternehmen sowie die Öffentlichkeit durch die Ehrung sichtbar und von der Wirtschaft nicht nur anerkannt, sondern auch besonders unterstützt. Unsere bundesweiten Partner zeichnen in Abstimmung mit den Landesarbeitgebervereinigungen und den Bildungswerken der Wirtschaft diejenigen Schulen aus, die bewusst MINT-Schwerpunkte setzen. Die Schulen werden auf Basis eines anspruchsvollen, standardisierten Kriterienkatalogs bewertet und durchlaufen einen bundesweit einheitlichen Bewerbungsprozess.
Über die Mädchenrealschule St. Anna Riedenburg der Schulstiftung der Diözese Regensburg
Die Mädchenrealschule St. Anna Riedenburg der Schulstiftung der Diözese Regensburg ist eine weiterführende Schule mit Sekundarstufe I, die von 441 Schülerinnen besucht wird und ein Lehrkräfte-Team von 38 Lehrer*innen hat. Das MINT-Team der Schule bringt das ganze Thema MINT voran, im Team sind: Stefanie Denkmair (MINT-Koordinatorin, Diplom-Biologin, Lehrkraft für Biologie und Chemie), sowie Helmut Lauerer (Lehrkraft für Physik und Mathematik), Beate Putz (Lehrkraft für Biologie und Chemie), Leo Dörner (Lehrkraft für Mathematik und Religion) und Margarete Prechtl (Lehrkraft für Mathematik und Religion).
Entwicklung MINT Bereich
“Bisher war es so, dass die 5. Klässlerinnen aus vier Schwerpunkten (Forschergruppe, Leseförderung und zwei unterschiedliche IT-Gruppen) wählen mussten, womit sie sich während des Schuljahres vertieft in einer Doppelstunde pro Woche auseinandersetzen wollen. Dieses Konzept haben wir nun in ein Rotationsverfahren umgestellt, sodass die Schülerinnen in jeweils 8wöchigen Praktika eines dieser Schwerpunkte erarbeiten. Nach 8 Wochen gibt es einen Gruppentausch. Somit haben am Ende des Schuljahres alle Schülerinnen die vier Schwerpunkte absolviert”, erzählt uns Stefanie Denkmair (MINT-Koordinatorin, Diplom-Biologin, Lehrkraft für Biologie und Chemie) gleich zu Beginn.
“Desweiteren haben wir unseren Umgang mit digitalen Medien massiv erweitert. Es gibt an der Schule drei Koffer mit jeweils einem Klassensatz an Tablets, mit denen die Schülerinnen Zugang zu vielen digitalen Konzepten erhalten, die in vielen Fächern und über alle Jahresstufen hinweg zum Einsatz kommen. Alle Lehrerinnen und Lehrer haben ein Microsoft surface erhalten, das sie zur Unterrichtsgestaltung einsetzen. Das Zuschalten von Schülerinnen, die aufgrund einer Coronainfektion nicht am Unterricht teilnehmen durften, wurde somit über Teams vereinfacht.”
Der Um- und Neubau der naturwissenschaftlichen Fachräume ermöglicht in den kommenden Jahren einen massiven Ausbau der unterrichtlichen Möglichkeiten im MINT-Bereich. So hat die Schule zu Beginn des Schuljahres 2022/23 einen komplett neuen Biologie-Lehrsaal erhalten, der alle Möglichkeiten zum schülerzentrierten Arbeiten bietet und durch die Forschergruppe und verschiedene Projekte auch bereits intensiv genutzt wird. Inzwischen wurde auch der bisherige gemeinsame Chemie/Physik-Saal entkernt und in einen neuen Physiksaal mit Vorbereitungsraum umgestaltet. Das nebenliegende Klassenzimmer wurde in einen eigenständigen Chemiesaal mit Vorbereitungsraum umgebaut. Auch in diesen beiden Räumen liegt der Fokus auf schülerzentriertes Arbeiten.
Einblicke in den Biologieunterricht
“Das Fach Biologie gehört zu den Naturwissenschaften. Deshalb ist es auch mein Anspruch, unsere Schülerinnen auf verschiedenste Art und Weise zum Beobachten, Experimentieren und kritischen Denken anzuregen. Der Grundstein hierfür wird an unserer Schule bereits in den 5. Klassen gelegt, wo die Mädchen im Zuge eines 8-wöchigen Praktikums „Biologische Übungen“ den ersten, spielerischen Zugang zu wissenschaftlichen Arbeitsmethoden bekommen. „Das Baby in der Kastanie“, „Die Farben der Herbstblätter“ oder „Warum heißt Rotkohl auch Blaukraut?“ waren Themen, mit denen wir uns beschäftigt haben. Die Kinder waren in jeder Stunde mit Feuereifer dabei und auch wenn der wissenschaftliche Anspruch manchmal etwas in den Hintergrund gerückt ist, bleibt hoffentlich die positive Erfahrung und die Freude am wissenschaftlichen Entdeckerdrang erhalten”, so Stefanie Denkmair (MINT-Koordinatorin, Diplom-Biologin, Lehrkraft für Biologie und Chemie).
“In den 7. Klassen kann der Lehrplan die Schülerinnen mit Themen abholen, die für sie in diesem Alter naturgemäß eine Rolle spielen. Fragen und Sorgen zur Pubertät haben wir in vertrauter Runde offen und ehrlich besprochen. Dabei ist es als Lehrkraft oft nicht leicht, die großen Unterschiede in der Entwicklung der Kinder im Blick zu behalten und jedem gerecht zu werden. Im Zuge des massiven Wachstumsschubs spielt auch das Thema Essen eine große Rolle. Im Unterricht haben wir die Reise eines Pausenbrotes durch den Körper genauer unter die Lupe genommen. Anschauliche Experimente wie das lange Kauen eines Stückes Brot (es schmeckt nach einiger Zeit süß – probieren Sie es aus!) oder das Zerkleinern von Fetttropfen mit Hilfe von Spülmittel (entspricht der Wirkung unseres Gallensaftes) ergänzen den Theorieunterricht. Die Planung und Durchführung eines gemeinsamen gesunden Frühstücks kann die Kinder dafür sensibilisieren, wie wichtig die Qualität des Essens für die Gesunderhaltung unseres Körpers ist.
Auch die Themen Sinnesorgane und Nervensystem sind in der 7. Klasse verankert. In Stationenarbeit konnten die Schülerinnen Phänomene zu ihren Sinnen entdecken, derer sie sich so aus dem Alltag bisher nicht bewusst waren. Dass wir in unseren Augen blinde Flecken haben oder dass die Form unserer Ohrmuschel eine Rolle beim Richtungshören spielt, sind nur zwei Beispiele.
In den 10. Klassen war das Thema Genetik vorherrschend. Den zugegeben recht theorielastigen Unterricht konnten wir aber auch durch kleine Experimente auflockern. So haben wir in Mikroskopierstunden unsere Mundschleimhautzellen betrachtet, in denen der Zellkern mit unserem Erbmaterial zu finden war. In einem weiteren Experiment konnten wir die DNA aus einer Banane extrahieren und im Reagenzglas sichtbar machen. Das Erlernen und Anwenden wissenschaftlicher Arbeitsmethoden war zusätzlich Teil des Konzepts. Viele Diskussionen über brisante Themen wie Corona-Impfung, Abtreibung oder Gentechnik schulen das kritische Denken der Heranwachsenden.“
Fahrten, Exkursionen, Kooperationen
Als Unterstützung zum Unterricht werden an vielen Stellen auch Experten an die Schule geholt. So kommt jedes Jahr die Energieagentur Kelheim in die 5. Klassen um die Kinder für eine nachhaltige Entwicklung und die Energiewende zu sensibilisieren. In den 6. Klassen ist der Kooperationspartner die Uni Deggendorf zum Thema Bionik. Und in der 10. Jahrgangsstufe besucht ein Dozent des Uniklinikums Regensburg die Schule, um den Schülerinnen einen Einblick in die biologische Forschungswelt zu geben und sie in labortechnische Methoden einzuführen.
Auch außerhalb der Schule finden regelmäßig Unterrichtsergänzungen statt. So fahren die 6. Klassen jedes Jahr zum Thema Reptilien in den Dinopark nach Denkendorf. Die 8. Klassen besuchen die örtliche Brauerei, die 9. Klassen eine nahegelegene Chemiefabrik.
Fester Bestandteil an St. Anna ist auch die zweitägige MINT-Fahrt der 5. Klassen. In den letzten beiden Schuljahren ging es Richtung Bayerischen Wald zum Bayerwald-Xperium und den Baumwipfelpfad. Am zweiten Tag durften die Schülerinnen in der Wissenswerkstatt Passau technische Bausätze basteln und löten.
Um einen Einblick in MINT-Berufsfelder zu erhalten, haben die Schülerinnen verschiedene Möglichkeiten. So ist der Girl´s Day in den 8. Klassen fest verankert. Schülerinnen der 9. und 10. Klassen können freiwillig an mehreren Nachmittagen die FOS Kelheim besuchen, um in verschiedenen Praktika Einblicke in verschiedene Ausbildungen zu bekommen. Die Mühe wird mit einem Zertifikat belohnt.
Wettbewerbe
Im Rahmen der Fachoberschule-Kooperation haben Schülerinnen der 9. Klassen am Landeswettbewerb Mathematik teilgenommen. Am alljährlich stattfindenden Känguru Wettbewerb nehmen alle Schülerinnen der 6. Klassen teil. Sie konnten hier zum Teil über 100 Punkte sammeln.
Erfahrungen mit Titel MINT
“Die Schule hat bei den Eltern weithin einen sehr guten Ruf, sie schätzen die angenehme Atmosphäre und die zugewandte, förderliche Lernumgebung. Am Tag der offenen Tür wird der MINT-Bereich an unserer Schule sehr positiv wahrgenommen. Eine örtliche Brauerei konnten wir inzwischen dafür gewinnen, unseren Wunsch nach anschaulichem Biologieunterricht zu unterstützen. Die 8. Klassen besuchen zum Unterrichtsthema „Hefepilze“ diesen Betrieb”, sagt uns Stefanie Denkmair (MINT-Koordinatorin, Diplom-Biologin, Lehrkraft für Biologie und Chemie) abschließend.
Wir sagen der Mädchenrealschule St. Anna Riedenburg der Schulstiftung der Diözese Regensburg vielen Dank für den Einblick und das Engagement in der MINT-Bildung.
Mädchenrealschule St. Anna Riedenburg, der Schulstiftung der Diözese Regensburg, https://www.mrsstanna.de, St.-Anna-Platz 8, 93339 Riedenburg
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Sie tragen unser Signet „MINT-freundliche Schule“ und/oder „Digitale Schule“ und wollen auch in unserer Reihe „IM FOKUS“ vorgestellt werden? Dann melden Sie sich bitte bei Susanne Lettner (Leiterin Marketing und Kommunikation, MINT Zukunft schaffen!): susanne.lettner@mintzukunftschaffen.de
