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MINT-Botschafterin Eve Tessenow im Interview

„Solange Stereotype und soziale Herkunft darüber entscheiden, wer sich Informatik zutraut, verlieren wir nicht nur Perspektiven und Potenziale – wir gefährden demokratische Teilhabe. Denn wer digitale Technologien nicht versteht, kann in eine zunehmend digitalisierte Gesellschaft nicht mitgestalten.“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafterin Eve Tessenow, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Didaktik der Informatik. Sie erzählt uns im Interview mehr über ihre Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.

Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin?

Als ehemalige Mathematikstudentin und jetzige Informatik-Bildungsforscherin kenne ich das Gefühl „Ist das nicht zu schwer? Gehöre ich hier überhaupt hin?“ aus meinem eigenen Studium und meiner Promotionszeit. Als MINT-Botschafterin möchte ich Menschen empowern, sich in MINT-Themen auszuprobieren und das Gefühl zu vermitteln: Du gehörst dazu auch wenn du noch nicht alles weißt. Gerade mein jetziger Fokus – Informatik – ist heute keine Nischenthema mehr, sondern Grundlage für (demokratische) Teilhabe in einer digital geprägten Gesellschaft.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?

MINT-Begeisterung entsteht nicht von allein – sie braucht gute Bedingungen. Dazu gehören Lehrkräfte, die nicht nur fachlich kompetent sind, sondern auch die Zeit und Ausstattung haben, Schüler*innen zu begleiten und MINT-lernen anzuregen. Genauso wichtig sind außerschulische Angebote, die unabhängig von sozialer Herkunft oder anderen Strukturkategorien zugänglich sind und Jugendlichen Raum geben, MINT-Themen auf eigene Weise zu entdecken. Dies sind bestenfalls Räume, in denen Scheitern und Ausprobieren erlaubt sind, aber bei Fragen Personen beiseite stehen, die unterstützen können.

Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?

Mein persönlicher Schwerpunkt liegt aktuell in der informatischen Bildung – insbesondere für Schüler*innen im Grundschulbereich und am Übergang zur Sekundarstufe I. Dabei versuche ich, Lernmaterialien zu entwickeln, Lernprozesse besser zu verstehen und vielfältige Zugänge zu schaffen, über die sich Kinder und Jugendliche Informatik-Themen nähern können. Gleichzeitig unterstütze ich Lehrkräfte dabei, informatikbezogene Lehr-Lern-Situationen zu gestalten.

Liebe Eve Tessonow, danke für das schöne Gespräch.


Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.

Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier

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