Website-Icon MINT Zukunft schaffen!

MINT-Botschafter Andreas Ogrinz im Interview

Ich engagiere mich bei „MINT Zukunft schaffen!“, weil wir große Gesellschaftsthemen – etwa die mangelnde Wertschätzung für die duale Ausbildung gegenüber akademischer Bildung oder die tiefe Verankerung von „Männer- und Frauenberufen“ – nur in einem gemeinsamen Kraftakt angehen können. Dazu gehört die Mitarbeit in smarten, das heißt thematisch fokussierten und schlagkräftigen, Netzwerken.“ Das Zitat stammt vom MINT-Botschafter Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer Bildung, Innovation, Nachhaltigkeit beim Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC). Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.

Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?

Weil das Thema MINT – MINT-Kompetenzen, MINT-Bildung und MINT-Berufe – eine zentrale Rolle für die chemisch-pharmazeutische Industrie spielt. Ohne MINT-Fachkräfte können wir die großen Zukunftsaufgaben wie Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft oder Digitalisierung nicht meistern! Oder positiv gewendet: Indem wir als attraktive Arbeitgeber genügend gut bis exzellent ausgebildete MINT-Fachkräfte rekrutieren und halten, sichern wie die die Zukunftsfähigkeit des Chemie- und Pharmastandorts Deutschland in einem global rauen Wettbewerbsumfeld.

Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?

Indem wir genau das tun: begeistern – und zwar auf allen Ebenen! Nur wer selbst brennt, kann andere – natürlich rein bildlich gesprochen – entzünden. Wir brauchen mehr MINT-Begeisterung schon in der frühkindlichen Bildung und dann in allen späteren Gliedern der Bildungskette. Vor allem aber brauchen wir Vorbilder, also Menschen, an denen man sich im positiven Sinne des Wortes „abarbeiten“ kann: zum Beispiel ein Nachbarsjunge, der in der Produktion arbeitet – und trotzdem cool ist; eine junge Frau, die eine Ausbildung zur Chemikantin macht – und das nicht als „Männerberuf“ betrachtet; ein Youtuber, der überzeugend für naturwissenschaftliche Berufe wirbt. Mit unserer Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt“ beschreiten wir diese Wege und versuchen so, Klischees aufzubrechen.

Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?

Wir Chemie-Arbeitgeber gestalten MINT-Berufe ganz konkret! Wenn etwa eine Ausbildungsordnung aktualisiert werden muss, sorgen wir gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus unseren Unternehmen dafür, dass alles, was am Ende von manchmal langwierigen Verfahren verabschiedet wird, praxistauglich ist. Die für die Chemie- und Pharmabranche besonders relevanten Berufsbilder – zum Beispiel Chemikantin, Chemielaborantin. Pharmakant*in – gestalten wir, übrigens gemeinsam mit unserem Sozialpartner wesentlich mit. Die Verortung der Berufsbilder in der Praxis und der sozialpartnerschaftliche Ansatz sind ein zentraler Baustein der dualen Ausbildung in Deutschland. Darüber hinaus setzen wir uns, gemeinsam mit unserem Schwesterverband VCI, auf politischer Ebene dafür ein, dass „MINT“ mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung in der gesellschaftlichen Debatte erhält. Wir müssen in Deutschland (wieder) besser verstehen, dass ein Gutteil unserer Innovationskraft, unserer globalen Wettbewerbsfähigkeit und unseres Wohlstandes davon abhängt, dass mathematische, naturwissenschaftliche, technische und Informatik-Kompetenzen in ausreichendem Maße vorhanden sind. Die vielzitierte Wissensgesellschaft ist wesentlich MINT-Wissensgesellschaft.

Lieber Andreas Ogrinz, danke für das schöne Gespräch.

Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.

Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier

Die mobile Version verlassen