Die Klösterle Mädchenschule Theresia-Gerhardinger-Realschule Ravensburg trägt unser Signet “Digitale Schule” seit 2024 und ist auch “MINT-freundliche Schule”. In der Kategorie “IM FOKUS” wollen wir Ihnen Schulen aus unserem Schulnetzwerk vorstellen, die sich für einen digitalen Unterricht und innovative Bildung engagieren.
Über unser Programm “Digitale Schule”
Mit unserem 2017 neu aufgesetzten Programm „Digitale Schule“ wird allen Schulen die Möglichkeit gegeben, eine Positionsbestimmung „Digitalisierung“ vorzunehmen. Die “Digitalen Schulen” werden für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Unternehmen sowie die Öffentlichkeit durch die Ehrung sichtbar und von der Wirtschaft nicht nur anerkannt, sondern auch besonders unterstützt. Unsere bundesweiten Partner zeichnen in Abstimmung mit den Landesarbeitgebervereinigungen und den Bildungswerken der Wirtschaft diejenigen Schulen aus, die bewusst Schwerpunkte in der digitalen Bildung setzen. Die Schulen werden auf Basis eines anspruchsvollen, standardisierten Kriterienkatalogs bewertet und durchlaufen einen bundesweit einheitlichen Bewerbungsprozess.
Über die Klösterle Mädchenschule Theresia-Gerhardinger-Realschule Ravensburg
Die Klösterle Mädchenschule Theresia-Gerhardinger-Realschule Ravensburg ist eine weiterführende Schule mit Sekundarstufe I. Ca. 345 Mädchen besuchen die Schule, die von ca. 25 Lehrkräften unterrichtet werden.
Konzepte Informatische Bildung – digitales Schulprogramm
An der Klösterle Realschule gibt es unterschiedliche Bestandteile aus dem Informatik-Bereich, durch welche die Schülerinnen eine möglichst vielfältige digitale Kompetenz erreichen können. “In unserer Schule wird das Fach Informatik von den Klassen 5 bis 8 als eigenes einstündiges Fach hauptsächlich von studierten IT-Lehrkräften unterrichtet. Im Rahmen der Informatik Fachschaft wurde ein IT-Konzept entwickelt, an das sich die unterrichtenden Lehrkräfte halten. In Klasse 5 und 6 wird der Schwerpunkt auf den Umgang mit dem PC, mit der Lernplattform IServ sowie grundlegende Computerfähigkeiten gelegt. Beispielsweise führen die Schülerinnen der 6. Klassen haben am Ende des Schuljahres ein Tipptest in Tastaturschreiben unter Aufsicht der Lehrperson durch und erhalten ein Zertifikat. Des Weiteren sollen die Schülerinnen in den Programmen Word, Power-Point und Excel so geschult werden, dass sie einen sicheren Umgang in diesen Standardprogrammen erlernen. In Zeiten der künstlichen Intelligenz möchte die Schule zukünftig das Arbeiten mit beispielsweise ChatGPT ebenfalls im Unterricht thematisieren, um Nutzen und Gefahr den Schülerinnen nahe zu bringen”, erzählt uns Desiree Mayr, Lehrkraft an Klösterle Mädchenschule Theresia-Gerhardinger-Realschule Ravensburg.
Seit vielen Jahren gibt es an der Schule die Robotik AG, die als ganzjährige AG stattfindet und für die Klassen 5-10 angeboten wird. Hier lernen die Schülerinnen anhand von Lego Mindstorms den spielerischen Umgang mit Technik. Hierbei lernen sie das Programmieren und können Problemlösungen mit technischen Mitteln finden. Dadurch haben sie ein eigenes Kompetenzerleben bei der Umsetzung und werden für technische Zusammenhänge sensibilisiert. Im Rahmen der Robotik AG nimmt die Schule an der ifm Robotik Challenge (Robotik-Wettbewerb) jährlich teil.
Ein weiterer neuer Bestandteil ist das BILI/MINT Profil. Dieses wurde in einem ausführlichen Schulentwicklungsprozess erarbeitet und ist im Schuljahr 2022/23 gestartet. Das Profil erfolgt im MINT-Zug in der siebten Klasse im Rahmen eines sogenannten digitalen VU-Buchs: Die Realschule unterrichtet nach dem Marchtaler Plan, welcher die Fächer Erdkunde, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Wirtschaft und meist Religion als Vernetzten Unterricht (VU) vorsieht. Hier wird am Ende einer Unterrichtseinheit mit den Arbeitsblättern und den Aufschrieben ein Buch gebunden. Im MINT-Zug wird in der siebten Klasse die Unterrichtseinheit „Europa – unsere Zukunft“ komplett digital mit dem Textbearbeitungsprogramm Word erstellt und am Ende anstelle des Bindens der Unterrichtsunterlagen zu einem Buch als pdf-Datei gespeichert. Hier lernen die Schülerinnen viele wichtigen Funktionen in Word: Bilder einfügen und bearbeiten, Texte formatieren, Titelblätter digital gestalten, Kopfzeile einfügen, Seitenzahlen einfügen etc. Des Weiteren wird das Tastaturschreiben weiter gefördert. In den höheren Klassen kommen die dynamische Geometriesoftware (GeoGebra) und Computer-Algebra-Systeme (CAS) zum Einsatz. Dies soll unter anderem in unserem MINT-Profil noch weiter ausgebaut werden.
Digitale Unterrichtsorganisation und Selbstlernmöglichkeiten
Im Oktober 2020 wurde der komplette Schulserver auf die Lernplattform und Organisationsplattform für schulische Abläufe IServ umgestellt. Dadurch sind eine sichere und einfache Kommunikation (z.B. durch schuleigene E-Mail-Adressen für LehrerInnen und Schülerinnen) sowie viele unterrichtliche Angelegenheiten (z.B. die Zusendung von Aufgaben per E-Mail, ein Klausurplan, Aufgaben im Aufgabentool stellen, Kurswahlen etc.) digital möglich. Zudem ermöglichte IServ im Lockdown der Pandemie Fernunterricht nach normalem Stundenplan und auch Lehrerkonferenzen, Lehrerschulungen und Schülerschulungen abzuhalten. Mit Hilfe von Videokonferenzen mit der ganzen Klasse konnte digitaler Unterricht stattfinden. Die Lehrkräfte waren auch hier mit Notebook, Kamera und Mikrofon so ausgestattet, um möglichst nahe an den normalen Unterricht heranzukommen. Das Aufgabentool in IServ wurde damals dafür genutzt, den Schülerinnen Aufgabenblätter zur Verfügung zu stellen und durch die verschiedenen Rückmeldemöglichkeiten konnten diese adäquat kontrolliert werden.
Auch nach der Pandemie ist IServ aus dem Unterrichtsalltag nicht mehr wegzudenken. Schülerinnen wie auch Lehrerinnen und Lehrer verwalten ihre eigenen Dateien über IServ. Häufig wird IServ auch als Austauschplattform zwischen Lehrkräften, zwischen Lehrkraft und Schülerinnen, sowie unter Schülerinnen genutzt. Innerhalb der Lehrerschaft wurde eine gemeinsame Ordnerstruktur entwickelt, über die gemeinsame Dokumente verwaltet werden. Jede Lehrperson verwaltet die eigenen Dateien in IServ, somit sind diese von jedem Computer in der Schule zugänglich.
Die Schülerinnen speichern all ihre schulischen Dokumente hier ab. So können sie diese auch von zuhause aus abrufen, verändern und wieder hochladen. Ebenfalls werden Hausaufgaben zum Teil auch hier eingestellt und müssen von den Schülerinnen zur Kontrolle hochgeladen werden. Eine Kommunikation zwischen Lehrperson und Schülerinnen ist problemlos möglich. Im Aufgabentool werden beispielsweise weiterführende Literatur, Lösungen, Aufgaben etc. den Schülerinnen zur Verfügung gestellt. Bei Fragen können sie sich per E-Mail an die Lehrperson wenden. Wenn eine Schülergruppe an einem gemeinsamen Projekt arbeitet, können sie die Dateien über E-Mail oder gemeinsame Ordner austauschen oder direkt an einem gemeinsamen Dokument arbeiten.
Über unterschiedliche Tools in IServ findet die Organisation und Kommunikation digital statt: Der Kalender ist im Kalendertool nun ausschließlich digital abrufbar (nicht mehr gedruckt) und somit immer auf dem aktuellen Stand ist. Der digitale Klausurplan sowie den digitalen Stunden- und Vertretungsplan in IServ haben die Schülerinnen und die Eltern jederzeit die Möglichkeit die für sie wichtigen Termine einzusehen. Ebenso werden die Eltern weitgehend digital per Mail informiert, beispielsweise bei Elternbriefen. Seit dem Schuljahr 2024/25 ist noch hinzugekommen, dass die Schülerinnen in IServ einsehen können, wenn sie zu dem wöchentlichen Nachschreibetermin eingetragen sind.
Die Unterrichtsplattform IServ wird ständig um weitere Tools erweitert. Zum Beispiel ist die Einbindung von Taskcards oder Kahoot Lernspiele möglich. Neben der Lernplattform IServ nutzt die Schule seit Mai 2024 das digitale Klassenbuch über das Tool „Schulmanager“. In diesem Tool können neben den Inhalten des Klassenbuches auch Fehlzeiten und Krankmelden online eingetragen werden. Um die Bedienung für Eltern und das Kollegium zu vereinfachen, wurde das Tool in die Plattform IServ integriert.
Bereits seit dem Jahr 2021 gibt es einen digitalen Vertretungsplan für Schülerinnen und Kollegen. Hierfür hängen an zwei Standorte (schwarzes Brett und Lehrerzimmer) ein großer Fernseher, auf dem der Vertretungsplan dargestellt ist. Eine weitere Möglichkeit für die datensichere Kommunikation unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat die Schule die Lizenzen für Threema gekauft. Dieses wird von allen rege benutzt.
Digitale Infrastruktur
Um das beschriebene digitale Arbeiten zu ermöglichen, hat die Schule eine gute Infrastruktur aufgebaut:
- leistungsstarker Server mit Glasfaserkabelanschluss.
- W-Lan auf dem ganzen Schulgelände
- Alle Klassenzimmer, jeder Fachraum inklusive Schulküche und Turnhalle sind ausgestattet mit: Internet, Beamer, Visualizer, Laptop, Leinwand, kabellose Verbindung mit Beamer, Mikrofone, Presenter,
- Schulcloud in IServ
- zwei Computerräume mit jeweils 17 PCs
- Ausleihstation für digitale Geräte für den Unterricht: 35 Tablets, 38 Notebooks
- Jeder Platz im Lehrerzimmer hat Zugang zu Internet und Strom
- Dienstgeräte für alle Kollegen
- Für Schülerinnen ab Klasse 9 besteht die Möglichkeit, auf dem eigenen Tablet in der Schule zu arbeiten.
Bei der Entwicklung neuer Ausstattungs- und Nutzungskonzepte werden stets Schülerinnen und Eltern durch die Diskussionsmöglichkeit im Schulverein mit einbezogen.
Qualifizierte Lehrkräfte
In der Schule wird angestrebt, dass möglichst alle Lehrkräfte eine grundlegende Kompetenz im Bereich des digitalen Unterrichts haben. Des Weiteren sind zwei Lehrkräfte zur Organisation, Verwaltung, Wartung der Geräte und speziellen Weitergabe im IT-Bereich als Netzwerker ernannt. Der Hauptnetzwerker (Lehrkraft) war früher in der IT-Branche tätig und ist somit hervorragend qualifiziert.
Die Lehrkräfte nehmen regelmäßig an Fortbildungen in unterschiedlichen digitalen Bereichen teil. Hier sind einige Beispiele aufgelistet.
- Pädagogische Tage: Taskcards, IServ Module
- Digitaler EduBreakout: Interaktive Lernsettings gestalten – Gamifizierung von Unterricht
- Tabletklassen
- Digitale Portfolios
- Digitales Klassenbuch
- Social Media – Insbesondere Instagram
- digitales Klassenbuch (Schulmanager)
- Verwaltung des Datenschutzes
- Künstliche Intelligenz
Die Einhaltung des Datenschutzes wird von einer Fachfirma betreut. In allen Angelegenheiten gibt eine hervorragende Beratung und auch Musterformulare und -listen für den Alltag. Diese Firma berät auch ausführlich in Bezug auf digitale Medien kombiniert mit Datenschutz. Der pädagogische Server wird ebenfalls extern von einer Fachfirma professionell betreut. Somit gibt es interne Fachkompetenz und externe Dienstleistung.
Fachlicher Austausch
Neben den Fortbildungen haben die Lehrkräfte unterschiedliche Möglichkeiten sowohl schulintern als auch extern für den Austausch über digitale Themen und Unterrichtsmaterialien. Zum einen werden die jährlich stattfindenden pädagogischen Tage in der Lehrerakademie Obermarchtal des gesamten Kollegiums dazu genutzt, um sich darüber auszutauschen und neue Programme o.ä. kennen zu lernen. Zum anderen werden im Abstand von ca. sechs Wochen Lehrerkonferenzen abgehalten, in denen ebenfalls die aktuellen Neuerungen bekannt gegeben werden oder gemeinsam überlegt wird, welche Schritte im digitalen Bereich gegangen werden, wie beispielsweise ganz aktuell das digitale Klassenbuch.
Des Weiteren wird die Unterrichtsplattform IServ genutzt, um in gemeinsamen Ordnern Unterrichtsmaterial abzuspeichern oder zu erstellen. Dies erleichtert das gemeinsame digitale Arbeiten sehr. Die beiden Netzwerk-Lehrkräfte sind in Gremien und Gruppen der Schulstiftung, die sich regelmäßig in Obermarchtal treffen und über die aktuellen Themen, zum Beispiel der Informatik Unterricht an den Marchtaler Plan Schulen, auszutauschen. Ebenso nutzen die Lehrkräfte auch die Fortbildungen und Arbeitsgruppen, die vom Staat angeboten werden.
In der Lehrerakademie Obermarchtal gibt es regelmäßige Treffen der Fachgruppen, um sich mit anderen Schulen zu vernetzen und auszutauschen. Mit der eigenen Grundschule im Haus finden regelmäßige Treffen statt, um gemeinsame Wege der Digitalisierung zu besprechen. Der Schulleiter Patrick Maier die stellvertretende Schulleiterin Renate Kirsinger nehmen regelmäßig an Schulleitertreffen der Stadt Ravensburg und des Schulträgers sowie an der Netzwerkstatt teil.
Ein besonderes Anliegen der Schule liegt darin, Mädchen für Berufe im naturwissenschaftlichen Bereich, gerne auch IT-Berufe, zu gewinnen. Hier stehen wir in engem Kontakt mit den Partnerfirmen ifm electronis und Vetter Pharma. Beispielsweise beim Girls‘ Day können die Achtklässlerinnen in typischen „Männerberufen“ schnuppern.
Wirtschaftspartner
Die Firma Vetter unterstützt die Schule immer wieder mit Werbegeschenken. Außerdem hat die Schule den „Tag der Ausbildung“ bei Vetter besucht. Dabei wurden unterschiedlichste Ausbildungsberufe vorgestellt. Dazu gehörten sowohl Berufe aus dem naturwissenschaftlichen Bereich als auch Berufe aus den digitalen und technischen Bereichen (z.B.: das duale Studium „Elektrotechnik“ und das duale Studium „Informatik“.) Im nächsten Schuljahr besuchen interessierte Schülerinnen die Firma. Dabei dürfen sie Labore der Firma kennenlernen. Außerdem wird die Firma den Schülerinnen vorgestellt und sie erhalten erneut Infos zu Berufen, die bei Vetter möglich sind.
Im letzten Schuljahr waren erstmals Auszubildende der Firma ifm electronics an der Schule und haben für den „Tag der Ausbildung“ geworben. Gegen Schuljahresende kamen Mitarbeiterinnen von ifm in die Schule und stellten den Achtklässlerinnen vor, wie Bewerbungen aus betrieblicher Sicht aussehen sollen. Dabei wurde digital gearbeitet, da die Betriebe Bewerbungen häufig online wünschen. Im kommenden Schuljahr wird die Schule voraussichtlich mit Gruppen die Firma ifm besuchen und dabei ebenfalls die Firma und die Berufsmöglichkeiten dort kennenlernen.
Team Digitalisierung
Das Schulentwicklungsteam, das aus der kompletten Schulleitung sowie vier weiteren Lehrkräften (einer davon ist der Netzwerkbeauftragte) besteht, trifft sich in regelmäßigen Abständen, um einerseits über Neuerungen, Probleme, Anliegen der Kollegen zu beraten, andererseits auch um Prozesse in der Schule zu reflektieren, um sie stets zu überarbeiten. Das Team legt auch die Themen für die pädagogischen Tage fest, wobei immer digitale Themen ein Bestandteil sind.
Zuständigkeiten und Aufgaben werden immer auf Teams übergeben, nie an Einzelpersonen. Wenn eine Kollegin oder ein Kollege eine Zuständigkeit aufgibt (z.B. durch Ruhestand oder Elternzeit), wird stets in der ersten großen Lehrerkonferenz zu Beginn des Schuljahres diese Zuständigkeit neu vergeben. Somit soll gewährleistet sein, dass Zuständigkeiten immer besetzt sind und Aufgaben stets erledigt werden können.
Wir sagen der Klösterle Mädchenschule Theresia-Gerhardinger-Realschule Ravensburg vielen Dank für den Einblick und das Engagement in der Digitalen Bildung.
Klösterle Mädchenschule Theresia-Gerhardinger-Realschule Ravensburg, Olgastraße 13, 88214 Ravensburg
Sie tragen unser Signet „MINT-freundliche Schule“ und/oder „Digitale Schule“ und wollen auch in unserer Reihe „IM FOKUS“ vorgestellt werden? Dann melden Sie sich bitte bei Susanne Lettner (Leiterin Marketing und Kommunikation, MINT Zukunft schaffen!): susanne.lettner@mintzukunftschaffen.de
