„Mit MINT lässt sich nicht nur die Welt verstehen, sondern auch noch die Zukunft verbessern!“ Das Zitat stammt von MINT-Botschafterin Joelina Gärtner, MINTIE beim Zentrum für Chemie e.V. in Bensheim und Masterstudentin Chemie an der Philipps-Universität Marburg. Sie erzählt uns im Interview mehr über ihre Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafterin?
Meine eigene Begeisterung für MINT, fürs Ausprobieren und Entdecken wurde schon früh in meiner Kindheit von meinen Eltern gefördert – die CD „Geniale Erfindungen: Faszinierende Ideen, die die Welt veränderten“ lief bei mir in Dauerschleife. In der Schule hat eine höchstmotivierte Chemie-Lehrerin dieses Feuer weiter angefacht. So bin ich im Chemie-Studium gelandet und habe gemerkt, wie viel Spaß Forschung macht. Nicht jede Person hat das Glück, in einem Umfeld aufzuwachsen, das MINT so aktiv fördert. Genau deshalb engagiere ich mich als MINT-Botschafterin: Ich möchte Kindern und jungen Menschen zeigen, wie faszinierend MINT ist und wie sehr es dabei hilft, unsere Welt zu verstehen.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Das Entscheidende für mich steht eigentlich schon in der Frage: die Begeisterung! Indem ich selbst zeige, wie begeistert ich von meinem Chemie-Studium bin und wie faszinierend Forschung ist, wecke ich dieses Gefühl auch in anderen. Ein typischer Aha-Moment, wenn bei einer guten Erklärung der Groschen fällt, motiviert zusätzlich, dranzubleiben. Schließlich muss man für MINT kein Genie sein, es muss nur gut erklärt werden.
Ich finde es wichtig, mehr Begeisterung für und Verständnis von MINT-Themen in die Öffentlichkeit zu bringen – und das in ganz unterschiedlichen Formaten: sei es in einem Video, bei einem Science Slam oder im alltäglichen Gespräch im Zug. Und wenn man noch klarmacht, dass sich mit MINT nicht nur die Welt verstehen, sondern auch noch die Zukunft verbessern lässt, ist spätestens dann offensichtlich, wie genial MINT-Berufe eigentlich sind.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Mein Schwerpunkt ist die digitale Wissensvermittlung, gekoppelt mit ganz viel Begeisterung! Ich engagiere mich im Zentrum für Chemie (ZFC), indem ich regelmäßig Videos zu ganz unterschiedlichen MINT-Themen skripte und drehe. So möchte ich für Kinder und Jugendliche ein niederschwelliges Angebot schaffen, damit möglichst viele junge Menschen die Chance haben, zu erleben, wie faszinierend MINT eigentlich ist. Auf unterhaltsame Art lernen sie dabei ganz nebenbei etwas über aktuelle Forschung (obwohl ich doch eigentlich angefangen habe, über das Jugendwort des Jahres zu reden).
Abgesehen davon organisiere ich im ZFC aktuell den Wettbewerb „MINT meets social media“, bei dem es darum geht, dass Schülerinnen und Schüler Fahr- oder Flugzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb bauen und in einem kreativen sowie originellen Video präsentieren. Ziel ist, dass sich MINT-interessierte Jugendliche mit anderen Jugendlichen austauschen, die vielleicht mehr Interesse an dem Design des Fahrzeugs oder dem Schnitt des Videos haben.
Des Weiteren bin ich im Zentrum für Chemie in der Spitzenförderung engagiert, indem ich Erfinderlabore an verschiedenen Universitäten für Hochbegabte der Gymnasien Hessens mitorganisiere, begleite und unterstütze.
Liebe Joelina Gärtner, danke für das schöne Gespräch.
Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.

