„Ich engagiere mich als MINT-Tutor, weil ich selbst erlebt habe, wie sehr ein erster Aha-Moment in einem MINT-Projekt den Blick auf Technik verändern kann. Es begeistert mich, anderen genau solche Momente zu ermöglichen – gerade denen, die sich das vorher vielleicht gar nicht zugetraut hätten.“ Das Zitat stammt vom MINT-Botschafter Tim Arnold, MINT-Tutor für technikbegeisterte Jugendliche. Er erzählt uns im Interview mehr über seine Motivation, sich ehrenamtlich für MINT einzubringen. Auch Sie können Teil des MINT-Botschafternetzwerks werden.
Warum engagieren Sie sich als MINT-Botschafter?
Ich engagiere mich als MINT-Tutor, weil ich selbst erlebt habe, wie viel man durch praktische Projekte lernen kann. Über Jugend forscht habe ich angefangen, mich intensiver mit technischen Fragestellungen zu beschäftigen – zuerst aus Neugier, dann mit dem Ziel, konkrete Probleme zu lösen. Dabei habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, MINT-Themen nicht nur theoretisch, sondern greifbar zu vermitteln. In meiner Arbeit als MINT-Tutor im Walter Reis Institut in Obernburg versuche ich genau das: Inhalte so aufzubereiten, dass sie verständlich und direkt anwendbar sind. Ich finde es wahnsinnig motivierend, wenn Teilnehmende eines Workshops etwas zum ersten Mal selbst programmieren oder zusammenbauen und dadurch einen Zugang zu Themen finden, die vorher abstrakt wirkten. Gerade auch, wenn es einen Raum gibt, in dem auch mal Fehler gemacht werden dürfen und kreativen Ideen nachgegangen werden kann. Für viele ist das ein erster Schritt, um eigene Interessen in Technik oder Naturwissenschaft zu entdecken – und ich finde es sinnvoll, genau dort anzusetzen.
Wie schafft man es, mehr junge Menschen für mathematische – naturwissenschaftliche – technische Berufe zu begeistern?
Man schafft das aus meiner Sicht nur, indem man früh praktische Zugänge schafft und zeigt, wofür MINT-Kenntnisse gebraucht werden. Viele junge Menschen können mit abstrakten Formeln oder theoretischem Unterricht wenig anfangen. Im Alltag erlebt man Ingenieurstätigkeiten selten direkt, weil viele Entwicklungen in Unternehmen hinter verschlossenen Türen stattfinden. Es geht meiner Meinung nach darum, Sichtbarkeit zu schaffen, indem man Projekte aus der Praxis aufzeigt, bei denen man direkt sieht, was möglich ist – ohne große Einstiegshürden und mit Raum zum Ausprobieren. Außerdem helfen Vorbilder, mit denen sich Jugendliche identifizieren können. In meinem Umfeld habe ich gemerkt: Wer einmal selbst etwas entwickelt hat, bekommt schnell Lust, tiefer einzusteigen – ganz egal, ob vorher schon Interesse da war oder nicht.
Was sind die Schwerpunkte Ihres persönlichen MINT-Engagements?
Die Schwerpunkte meines MINT-Engagements liegen vor allem in der praxisnahen Vermittlung technischer Inhalte, der Förderung von Interesse sowie der Schaffung eines offenen, experimentierfreudigen Lernumfelds. Ich versuche, komplexe MINT-Themen, wie KI, durch konkrete Projekte greifbar zu machen – etwa durch Workshops, in denen programmiert, gebaut oder getüftelt wird. Dabei ist mir wichtig, dass Teilnehmende selbst aktiv werden und eigene Ideen einbringen können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ansprache von Jugendlichen, die sich selbst vielleicht zunächst nicht als „typisch technisch interessiert“ sehen. Durch niedrigschwellige Einstiege und reale Anwendungsbeispiele möchte ich zeigen, wie vielseitig und kreativ MINT sein kann. Mein Ziel ist es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Begeisterung zu wecken.
Lieber Tim Arnold, danke für das schöne Gespräch.
Gehören Sie zu den Menschen, die Erfahrungen in MINT gemacht haben oder aktuell spannende Fragestellungen bearbeiten? Sind Sie bereit, diese Erfahrungen jungen Menschen zur Verfügung zu stellen, sie mit Ihren Entwicklungen zu begeistern? Werden Sie Teil des MINT-Botschafternetzwerks, helfen Sie jungen Menschen, sich für MINT zu entscheiden, als MINT-Botschafter*in.
Als Botschafter oder Botschafterin werben Sie durch ihre Aktivitäten authentisch für die MINT-Themen und engagieren sich für MINT-Bildung. Unternehmen können selbst Botschafter*innen bereitstellen oder sich im Rahmen von Workshops, Praktika, „Tag der offenen Tür“, Angebote zu Diskussionsabenden in Schulen u. v. m. engagieren. Mehr zu unserem MINT-Botschafternetzwerk finden Sie hier

